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Konzert Gitarren-Legende im Außendienst

OLDENBURG - Der Lederhut sitzt, wie immer, er ist schließlich ein Markenzeichen. Auch die Haare sind immer noch lang, wie das bei Gitarristen der alten Schule so üblich ist – nur sind sie inzwischen ziemlich grau. Aber der Mann, der sowohl die grauen Haare als auch den Hut auf dem Kopf trägt, feiert eben bald seinen 55. Geburtstag. Klaus Heuser, der „Major“, ist ein alter Hase im Musikgeschäft. Am Sonnabend trat der Ex-Gitarrist von BAP im Cadillac auf.

Und räumt im Gespräch gleich mit einem Klischee auf. „Sex, Drugs und Rock’n’Roll, das stimmt doch schon lange nicht mehr.“ Dieses verbreitete Bild vom Musiker-Nomaden, der von einem Ort zum nächsten zieht und auch nach dem Konzert immer Vollgas gibt, das habe mit seinem Leben gar nichts zu tun. Und das gelte mit Sicherheit auch für seine musikalischen Vorbilder. „Mick Jagger könnte doch heute nicht mehr auf der Bühne stehen, wenn der nicht anständig leben würde.“

Klar, Heuser gibt Konzerte in ganz Deutschland und ist deshalb viel unterwegs. „Aber das ist ein Außendienstmitarbeiter auch.“ Zu Hause in Köln warten dann die Ehefrau, die Arbeit an neuen Songs und die Steuererklärung. „Musik ist ein Beruf, den ich mir ausgesucht habe, weil ich ihn liebe“, sagt Heuser.

Gepackt hat es ihn bereits in seiner Kindheit. Die Stücke der Beatles und der Rolling Stones machten dem jungen Klaus klar: Er wollte Gitarrist werden. Es folgten Unterricht an der klassischen Gitarre, zahlreiche Bands schon im Teenager-Alter und 1980 der Einstieg bei BAP. Hier feierte Heuser in fast 20 Jahren seine größten kommerziellen Erfolge und schrieb die Musik für zahlreiche Stücke, unter anderem für den Klassiker „Verdamp lang her“.

Doch 1999 war Schluss. „Es hat einfach gereicht“, sagt er heute, viel mehr möchte er darüber gar nicht sprechen. Schließlich war der Ausstieg bei BAP nicht das Ende. Er arbeitete als Produzent, schrieb Songs und startete mehrere Projekte. Ein solches ist auch „Men in Blues“ gemeinsam mit Richard Bargel, mit dem Heuser nach Oldenburg gekommen ist.

Die beiden Gitarristen spielten einst gemeinsam in Bonn und merkten, dass es zusammen gut läuft. „Das können wir mal wieder machen“, hatte Bargel damals gesagt. Nun sind sie bereits seit zwei Jahren gemeinsam unterwegs. Das Album kommt im Februar auf den Markt.

Eine Kostprobe daraus bekommen die 150 Gäste im ausverkauften Cadillac zu hören. Sie zeigen große Begeisterung für das Spiel der beiden Legenden und bejubeln vor allem die unglaublichen Soli, die Bargel und der „Major“ immer wieder auf ihren Instrumenten vollführen.

Ach ja, der Spitzname, wo kommt der eigentlich her? „Es war eine Diskussion übers Fernsehen“, so Heuser. Er habe gewusst, dass der Nebendarsteller in der Serie „Bezaubernde Jeannie“ Major Healey heißt. Der „Major“ (englisch ausgesprochen) blieb haften – ohne Heusers Zutun. Was man auf dem Kopf trägt, kann man sich eben aussuchen. Seinen Spitznamen nicht.

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Patrick Buck
Patrick Buck Redaktion Oldenburg (Stv. Leitung)
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