OLDENBURG - OLDENBURG - Eine Woche lang haben sie sich ins westfälische Nordwalde zurückgezogen, gemeinsam musiziert und offenkundig hart gearbeitet: Die knapp 50 Sängerinnen und Sänger der „Jugendsingwoche“. Dass dieser Projektchor aus jungen Leuten unterschiedlichster musikalischer Vorbildung innerhalb kurzer Zeit zu einem homogenen, auch anspruchsvolle Werke blendend vortragenden Klangkörper verschmolz, ist sicher auch Ansgari-Kantor Johannes von Hoff und dessen Peiner Kollegen Christof Pannes geschuldet. Die im Wechsel dirigierenden Chorleiter verstanden es sichtlich, die jungen Sängerinnen und Sänger mitzureißen und ihnen neben dem nötigen Können auch die Freude am Chorgesang zu vermitteln.
Die Präsentation der Ergebnisse in St. Ansgari konnte sich hören lassen: In einem Programm, das von Schütz und Schein über romantische Meister bis hin zur Gegenwart einen Bogen über vier Jahrhunderte geistlicher Chormusik schlug, beeindruckten die Sänger mit Klangsinn und technischem Können, entzückten mit der Ästhetik ihrer jugendlichen Stimmen.
Die Arbeit, die hinter solch feinen Klängen steckt, war nicht zu überhören: Etwa in Hugo Distlers quälend expressiver, erst am Schluss versöhnlicher Motette „Fürwahr, er trug unsere Krankheit“, in der auch komplizierte Harmonien blitzsauber erklangen. Oder in Mendelssohns eindrucksvoll erschallendem Hilferuf „Mein Gott, warum hast du mich verlassen“.
Dass die Musiker bei aller Chorarbeit noch Zeit für anderes finden, zeigte sich anhand der instrumentalen Beiträge, die das Konzert auflockerten. Maximilian Buchberger und Mark Ossadnik etwa brachten einen Satz aus Tomaso Albinonis d-Moll-Konzert für Trompete und Orgel zu Gehör. Und Annette Velske und Hedje Zeidler blickten mit ihren Improvisationen für Sansula in eine ganz andere Musikrichtung. Auch dies trug zum großen Erfolg dieses Konzertes in der gut gefüllten Ansgari-Kirche bei.
