OLDENBURG - Das Elole-Klaviertrio, benannt nach den Anfangsinitialen der Mitglieder – Stefan Eder (Klavier), Matthias Lorenz (Violoncello) und Uta Maria Lempertv (Violine) – absolvierte das „eigentliche“ Konzert zum zehnjährigen Bestehen im Oktober 2011 in Dresden-Hellerau. Nun wurde das Konzert in Oldenburg in der Aula des AGO wiederholt.

Das Trio spielt nur Avantgarde-Musik. Viele Komponisten schreiben extra Werke für dieses Trio, die da erarbeitet und uraufgeführt werden. Im gut zweistündigen Konzert erklangen fünf Werke. Gemeinsam ist diesen Werken von Michael Maierhof aus Hamburg, Friedemann Schmidt-Mechau aus Oldenburg und Charlotte Seither aus Berlin eine Erweiterung der Klangpalette hin zu vielfältigen Geräuschen, die auf unterschiedliche Weise an und mit klassischen Instrumenten erzeugt werden.

Diese „Geräusche“ will der Veranstalter und Komponist zweier Werke des Abends, Schmidt-Mechau, als „komplexe Klangstrukturen“ verstanden wissen. Seine „Sieben kleine Sätze“ beginnen mit dem Klopfen am Holz der drei Instrumente, es gibt zwischen den Sätzen musikunabhängige Aktionen der Spieler wie das Vertauschen der Notenständer, beim Spielen murmeln die Interpreten Verse von Massimo Cacciari.

Der Pianist legt ein grobes Textilband zwischen Dämpfer und Agraffe, das bei angehobenen Dämpfern hin und her gezogen wird. Hier wie bei den unkonventionell gestrichenen Streichinstrumenten soll als Ergebnis ein verschiedenfarbiges Rauschen entstehen, das die Hörgewohnheiten radikaler als Haydn und seriöser als Fluxus irritiert und thematisiert. Zum Schluss überraschte die Geigerin eine ahnungslose Zuhörerin, die dann die Geige zupfen musste, während die Künstlerin zuhörte.

Über weite Passagen ging es bei diesem und drei anderen Werken piano oder pianissimo bis zur Grenze des Hörbaren zu, also ausgesprochen zuhörerfreundlich. Besonders die „Equal ways of difference“ von Charlotte Seither verdichteten und entzerrten abwechselnd die kompositorische Komplexität, bevorzugt mit sirrend-schwirrenden Klängen in hohen Tonlagen, forderten den konzentrierten, genauen Zuhörer und belohnten mit einer ebenso sinnlich wie intellektuell ansprechenden Musik.

Einzig „Exit E“ von Michael Maierhof, das den Klang durch schwingende Systeme wie eine auf den Klaviersaiten stehenden Blechdose mit mitschwingenden Kugeln erzeugt, in die eine elektrische Zahnbürste gesteckt wird, fiel aus dem gesteckten Rahmen einer seriösen und leisen Provokation.