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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Mörder in Serie

20.10.2017

Oldenburg Der reißerische Titel führt zunächst in die Irre. „Mindhunter“ klingt eigentlich nach einem klassischen Krimi zum Thema Serienkiller im Stil von „Criminal Minds“. Das Gegenteil ist jedoch der Fall. Hinter der neuen Netflix-Produktion verbirgt sich ganz und gar nicht handelsübliche Serienware. Dem Online-Streamingdienst ist ein absolutes Meisterwerk des Genres gelungen.

„Mindhunter“ ist eine außergewöhnliche Zeitreise ins Jahr 1977. Während die Talking Heads vom „Psycho Killer“ singen, versuchen die beiden FBI-Agenten Holden Ford (Jonathan Groff aus „Looking“) und Bill Tench (Holt McCallany aus „Lights Out“) ebendiesen Typ Mörder zu verstehen. Doch Psychologie und Soziologie gehören nicht zum Werkzeugkasten der klassischen Polizeiarbeit – und so werden die beiden Ermittler von Kollegen und Vorgesetzten nicht richtig ernst genommen.

Das ändert sich erst, als Ford aus professioneller Neugier den hochintelligenten Triebtäter Ed Kemper (genial: Cameron Britton) im Gefängnis interviewt und versucht, dessen mörderische Motivation zu ergründen. Das Gespräch liefert dem FBI-Agenten nicht nur Einblicke in die Gedankenwelt eines Psychopathen, sondern begründet auch einen der interessantesten Bereiche der modernen Kriminologie – das sogenannte Profiling.

Gegen den anfänglichen Widerstand in der eigenen Behörde besuchen Ford und Tench fortan weitere inhaftierte Serienkiller, um diesen ihre Geheimnisse zu entlocken. Unterstützt werden sie dabei von der abgeklärten Psychologin Dr. Wendy Carr (Anna Torv). Das Trio findet schnell praktische Anwendungsbereiche für ihre wissenschaftlichen Erkenntnisse und feiert erste Erfolge, muss aber auch Rückschläge hinnehmen.

„Mindhunter“ basiert auf dem gleichnamigen Sachbuch des FBI-Agenten John Douglas, der auch als Vorbild für die Rolle des jungen und etwas naiven Ford dient. Der unter anderem von David Fincher und Charlize Theron produzierten Serie gelingt es, alle gängigen Klischees des Genres zu umschiffen, und zeichnet so ein extrem spannendes Portrait zweier Ermittler, die absolutes Neuland betreten.

Von der Musikauswahl (auf Spotify gibt es bereits eine wunderbare Playlist) über das fantastische Produktionsdesign bis hin zu großartigen Schauspielern in den kleinsten Rollen: Bei „Mindhunter“ stimmt fast alles. Zwar wirkt gegen Ende manches aus dem FBI-Agentenleben etwas gehetzt, aber das an Intensität kaum zu überbietende Finale der ersten Staffel ist dafür mehr als nur eine Entschädigung.

Das haben wohl auch die Verantwortlichen bei Netflix so gesehen. Bereits sechs Monate vor Ausstrahlungstermin wurde eine zweite „Mindhunter“-Staffel in Auftrag gegeben. Ein weise Entscheidung.

Denis Krick Redaktionsleitung / Online-Redaktion
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