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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Ein Meisterwerk für Netflix

08.03.2018

Oldenburg Hollywood kann noch überraschen. Manchmal sogar sich selbst. Als David Ellison die erste Fassung des von ihm produzierten Films „Auslöschung“ sah, da verlangte er von Regisseur und Autor Alex Garland („Ex Machina“) umfassende Änderungen. Für „zu intellektuell und zu kompliziert“ befand Ellison den Film. Halt komplett vorbei am Massengeschmack. Der Albtraum eines jeden Hollywood-Produzenten. Garland blieb hartnäckig. Das Ergebnis ist ein Meisterwerk.

Dem Streit unter den Produzenten ist es zu verdanken, dass „Auslöschung“ jetzt in Deutschland nicht im Kino, sondern auf Netflix zu sehen ist. Das ist Fluch und Segen zugleich.

Ein Fluch, weil Garlands Film eigentlich aufgrund seiner unglaublichen visuellen Kraft auf die große Leinwand gehört. Ein Segen, weil „Auslöschung“ dank des Streaming-Portals dann doch die Massen erreichen kann. Zumindest theoretisch.

„Auslöschung“ ist ein rätselhafter Film. Einer, der zwar irgendwie ein Ende hat, aber den Zuschauer dann doch letztendlich der Kraft der eigenen Gedanken überlässt. Erzählt wird die Geschichte der Biologin und ehemaligen Soldatin Lena (Natalie Portman). Am Anfang des Films trauert sie um ihren Mann Kane (Oscar Isaac), der seit fast einem Jahr auf einer nebulösen Armeemission verschollen ist. Doch plötzlich steht dieser wieder unvermittelt in ihren Schlafzimmer. Die Wiedersehensfreude hält nicht lange an, Kane bricht nach kurzer Zeit zusammen. Auf dem Weg ins Krankenhaus wird der Rettungswagen von Soldaten abgefangen und Lena in eine geheime Militärbasis unfreiwillig verfrachtet.

Was Lena dort erfährt, wirft sie kurzfristig aus der Bahn: Ein Meteor hat eine einsame Küstenregion getroffen und dort die gesamte Umgebung verändert. Ein merkwürdiger Schimmer hat sich wie eine riesige Seifenblase darüber gelegt. Unzählige Erkundungstrupps wurden in die „Area X“ geschickt – und nur ein Mann kehrte jemals zurück: Kane.

Lena begibt sich mit vier weiteren Wissenschaftlerinnen auf Spurensuche. Die Frauen wollen das versuchen, was vor ihnen niemandem gelang und den Einschlagpunkt des Meteors erreichen. Es ist eine Reise in eine Welt, in der die Naturgesetze außer Kraft zu sein scheinen – und in der die Natur zwar wunderschön, aber auch tödlich ist.

David Ellison hat recht. „Auslöschung“ ist intellektuell, kompliziert und nichts für die Popcorn-Kundschaft. Es ist ein Film in der Tradition von Andrei Tarkowskis „Stalker“. Sozusagen eine feministische Hollywood-Fassung dieses Klassikers des sowjetischen Kinos.

Wer einen Science-Fiction-Actionfilm erwartet, der wird enttäuscht. Wer jedoch ein Werk für alle Sinne und das Hirn sehen möchte, dem sei vor allem eines empfohlen: ein sehr großer Fernseher.

Denis Krick Redaktionsleitung / Online-Redaktion
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