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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Warum man Hein nicht mit Hin verwechseln sollte

14.06.2018

Oldenburg Bereits seit über einem Jahr wird am Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte Oldenburg zum Thema „Zwischen Utopie und Anpassung – Das Bauhaus in Oldenburg“ geforscht. In diesem Projekt, dessen Ergebnisse ab April 2019 in einer Ausstellung im Augusteum gezeigt werden sollen, geht es vor allem um vier Bauhäusler aus der Region.

Einer von ihnen ist Hin Bredendieck, dessen Name wiederholt interessierte Nachfragen aufgeworfen hat: Ist Hin mit Hein Bredendiek verwandt oder ist da etwa ein Tippfehler im Namen? Die Antwortet lautet: Nein, Hein und Hin sind nicht miteinander verwandt oder verschwägert. Doch lohnt ein biografischer Blick auf die beiden Künstler.

Am Landesmuseum wird Leben und Werk des Bauhaus-Absolventen Hin Bredendieck (1904 in Aurich – 1995 in Roswell, Georgia, USA) untersucht: Aus dem ostfriesischen Aurich kommend, hatte er zunächst eine Tischlerlehre absolviert, bevor er sich an den Kunstgewerbeschulen von Stuttgart und Hamburg versuchte. Unzufrieden mit den antiquierten Lehrmethoden, empfand er das Bauhaus Dessau 1927 endlich als den richtigen Ort. Dort entwickelte er mit Marianne Brandt wegweisende Entwürfe in der Metallwerkstatt unter anderem für den Leuchtenhersteller Kandem.

Nach kurzer Zusammenarbeit mit László Moholy-Nagy und Herbert Bayer in deren Berliner Ateliers holte Sigfried Giedion, der wichtigste Promotor der Moderne in der Schweiz, Bredendieck nach Zürich, wo er dessen konstruktives Talent für die Schweizer Leuchtenfabrik BAG Turgi fruchtbar machte.

Nach einem Zwischenstopp in Oldenburg, wo er mit dem Bauhäusler Hermann Gautel zusammenarbeitete, sah Bredendieck sich durch die veränderte politische, wirtschaftliche und persönliche Situation veranlasst, einem Ruf Moholy-Nagys zu folgen. Er emigrierte 1937 mit seiner Familie in die USA, wo er am New Bauhaus Chicago einen Lehrauftrag erhielt. Als Gründungsdirektor des Instituts für Industriedesign am Georgia Institute of Technology in Atlanta wurde Bredendieck nach 1945 zu einem der einflussreichsten Vermittler der Bauhaus-Ideen in Amerika.

Eine ganz andere Geschichte erzählen Leben und Werk Hein Bredendieks (1906 in Jever – 2001 in Oldenburg): Der im Friesischen geborene Maler und Schriftsteller, der im Gegensatz zu Hin Bredendieck das Gymnasium mit der Reifeprüfung abschloss, besuchte von 1926 bis 1930 die Kunsthochschule und die Universität Berlin.

Nach dem Studium der Bildenden Kunst, Kunstgeschichte und Philosophie legte er 1930 die Staatsprüfung für das Lehramt an Höheren Schulen ab und begann danach sein Referendariat. In den Jahren darauf war er Kunsterzieher in Flensburg und Cottbus, bevor er 1940 zum Kriegsdienst verpflichtet wurde. Nach 1945 engagierte sich Bredendiek, der sein Vorkriegswerk in Cottbus verloren hatte, im neugegründeten Oldenburger BBK. Neue Ideen sammelte er bei Reisen in den Süden, wo er mit Werner Gilles – seines Zeichens ebenfalls Bauhaus-Absolvent – zusammentraf und sich infolgedessen mit Abstraktion und Informel auseinandersetzte. Ende der 1940er Jahre begann Bredendiek erste, auch plattdeutsche Texte zu verfassen. Nachdem er zeitweise am Gymnasium in Jever tätig war, unterrichtete Bredendiek von 1954 bis zu seinem Ruhestand an einem Oldenburger Gymnasium. Insbesondere das Schlossmuseum Jever widmete sich seinem Werk in größerem Umfang.

Während Hein Bredendiek ein Künstler, Kunsterzieher und Dichter war, der der Region stets verbundenen blieb, ohne dabei zum Heimatkünstler degradiert zu werden, stehen Leben und Werk von Hin Bredendieck exemplarisch für den Erfolg, die Emigration und die internationale Verbreitung der am Bauhaus entwickelten Design-Ideen.

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