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Aktualisiert vor 32 Minuten.

In Eigener Sache
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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Komponiert oder programmiert?

22.11.2019

Oldenburg Künstliche Intelligenz kann Musik produzieren. Frage also an Christoph Keller: Wie ist das dann mit Autorschaft und Urheberrecht? Muss es korrekt heißen „komponiert von?“ Oder „programmiert von?“ Keller antwortet da erst einmal diplomatisch: „Gute Frage, spannende Frage.“

Stellung beziehen

Keller (60) wird nicht umhin kommen, Stellung zu beziehen. Der Oldenburger Komponist, Klavierpädagoge und Musikkritiker ist aktuell in den Deutschen Kulturrat berufen worden, in dessen neue neunte Sektion. Fachausschuss Digitalisierung und künstliche Intelligenz heißt der offiziell. Sechs Vertreter hat der Deutsche Musikrat in dieses Gremium geschickt, vom Bundesverband Musikunterricht oder der Vereinigung Deutscher Chorverbände bis zur Union Deutscher Jazzmusiker.

Der einflussreiche Deutsche Tonkünstlerverband (DTKV) hat den Oldenburger Musikexperten dazu berufen. „Ich habe spontan zugesagt“, erklärt Keller. Das „hochaktuelle Thema“ treibe ihn schon länger um. Und da sieht er sich in einer guten Position: „Ich kann einiges an Grundlagenwissen einbringen und auf dieser Basis viel dazulernen.“

„Wir müssen für Digitalisierung und Künstliche Intelligenz einen ethischen Rahmen schaffen“, sagt Keller. „Die Phänomene sind einfach da. Politik und Wirtschaft strecken doch längst die Hände aus. Noch können wir Weichen stellen. Führt der Weg in die totale Kontrolle wie in China? Oder schaffen wir eine Neuorientierung der kulturellen Werte?“ Immerhin begreife man Kulturschaffende immer noch als Menschen.

Nachholbedarf, ebenso wie Chancen, sieht Susanne Keuchel als Präsidentin des Deutschen Kulturrates. Europa sei nun mal die Wiege der Demokratie. Und da müssen man nun auch „die Demokratisierung und Kultivierung des digitalen Raums wagen.“

Die Direktorin der Akademie der kulturellen Bildung des Bundes und des Landes Nordrhein-Westfalen mahnt eigene Visionen an: „Europa kann doch nicht mehr nur mit Schadensbegrenzung reagieren. Es gilt nicht die Frage: Was kann Technik? Sondern was wollen wir, was Technik kann. Wie viele kulturelle Techniken wie Lesen, Sprachenlernen, Arbeiten und so weiter wollen wir digitalisieren?“

Digitale Doppelgänger

Immerhin: „Jüngst hat der Kulturrat an den Richtlinien zum Datenschutz in der EU wirkungsvoll mitgearbeitet“, meint Christoph Keller. Doch es gibt viel weniger Antworten als Fragen: „Wie wird sich das gesellschaftliche und kulturelle Leben durch die KI verändern? Wie muss man auf digitale Doppelgänger reagieren? Wie müssen algorithmische Musik oder maschinengeschriebener Journalismus im Internet gekennzeichnet werden?“ Es wartet viel Kleinarbeit. Am 3. Dezember trifft sich der neue Fachausschuss zum zweiten Mal in Berlin.

Man habe auch mal kurz die Möglichkeit von Videokonferenzen erörtert, erzählt Keller und schmunzelt. Alle haben sich aber klar für persönliche Treffen entschieden. Das begreifbare Leben wickelt sich eben doch noch im analogen Verfahren ab.

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