OLDENBURG - Die Bügelfalte sitzt bei jeder Bewegung. Was bemerkenswert ist, weil Nakata Ryo sich sehr viel bewegt. Funkmusik ist schließlich nichts für Stubenhocker, sondern mindestens was für Leute, die gern mit den Zehen wippen.

Was bei Osaka Monaurail und ihrem Sänger Nakata Ryo kaum ausreicht – die Band aus Japan, die sich mit Haut und Haaren dem Funk der 1960er und 70er Jahre verschrieben hat, zwingt mit ihren harten Rhythmen geradezu zum Tanzen. Und knapp 4000 Menschen auf dem Schlossplatz tanzten am Sonnabend mit. „Der Kultursommer hatte sein erstes Highlight“, jubelte Andreas Holtz, der Musikverantwortliche des Festivals.

Die Beziehung zwischen Fernost und Oldenburg ist offensichtlich immer eine gewinnbringende. Das weiß nicht nur der Oberbürgermeister, das wissen die Kultursommer-Fans wahrscheinlich schon länger. Sie wurden durch Osaka Monaurail in ihrer Erfahrung bestätigt.

Dabei handele es sich doch „nur um eine Coverband“, wie ein Zuschauer zu monieren glaubte. Er hatte Recht und Unrecht zugleich: Osaka Monaurail (benannt nach einem Song von James Brown) hat den amerikanischen aller Tanzstile auserkoren, um ihn den Japanern näher zu bringen. Was bedeutet: Zwei Stunden lang dröhnen, stampfen und hüpfen Saxofone, Gitarren, Orgel, Bass und Schlagzeug, dass es eine Art hat. Funkmusik in der reinsten Form – von daher Coverband. Gleichzeitig aber verleugnet Osaka Monaurail seine japanische Herkunft nicht: Mimik, Disziplin, Tonfolgen – alles ziemlich asiatisch.

Die Musik der neun Weitgereisten auf dem Schlossplatz hielt sich dennoch stark ans Original; James Brown, Sam & Dave, Isaak Hayes oder Wilson Pickett hätten ihre Freude gehabt an Nakata Ryo und seiner Interpretation eines „funky chicken“.

Und Ryo bewies seherische Fähigkeiten: Als er mitten im Konzert mit Blick auf den Himmel fragte, ob dies ein „Sommermusikfestival“ sei, riss die Wolkendecke plötzlich auf. Die Abendsonne schien über dem Kultursommer, und alle tanzten den „Osaka Monaurail“.