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Kunst Hockerschleppen für den Maler

Regina Jerichow

OLDENBURG - Dass sich der Maler bereits irgendwo in der Menge befand, konnte man erst erkennen, als die Kameras positioniert wurden und die Fotoapparate aufblitzten: Georg Baselitz war der gefeierte Stargast bei der Eröffnung seiner Ausstellung in Oldenburg. Die Besucher kamen in Scharen, trugen reihenweise kleine Hocker in den Schloss-Saal, als alle Plätze belegt waren, drängelten sich entlang der Wände oder standen bis hinein ins Foyer, um wenigstens durch die geöffneten Flügeltüren einen Blick auf den prominenten, ganz in Schwarz gekleideten Gast erhaschen zu können.

Private Einblicke

Trotz leichter organisatorischer Mängel – manche Besucher hatten in Kombination mit der „Promenade“ feste Plätze gebucht, auf die sie auch nachdrücklich bestanden – enttäuschte der Maler sein Publikum nicht: Als alle Reden beendet waren, stieg der 74-Jährige selbst aufs Podium und gab ein paar kurze, fast private Einblicke in sein Schaffen – als Einstimmung zur Ausstellung im Prinzenpalais, wo seit Sonntag 100 seiner Werke aus fast allen Schaffensphasen zum Thema Natur zu sehen sind.

Die informelle, aber auch die gegenständliche Malerei hatte sich für den jungen Baselitz schon früh „erledigt“. Als Notlösung habe er eine andere Form gefunden, um nicht abmalen zu müssen, erzählte er, eine Art „Erinnerungsform“, indem er nicht vor der Natur, sondern nach alten Fotografien arbeite. Nach Schwarz-weiß-Fotos, die sich in jenen Heften befinden, die er einst aus seiner Heimat in der sächsischen Oberlausitz mitgebracht hatte. „Und das ist bis heute nicht zu Ende.“

Weg in die Moderne

Damit knüpfte Baselitz an seinen Vorredner an, Johannes Janssen von der Altana Kulturstiftung in Bad Homburg. Im dortigen Sinclair Haus war die Ausstellung, bereits zu sehen. Die Bilder von Baselitz seien „ehrliche Bild­erfindungen“, sagte Janssen, die den Grundkonflikt des Malers zwischen dem Motiv auf der einen und der Abstraktion auf der anderen Seite auflösen. Und zwar indem er die Motive auf den Kopf stellt.

Gefördert wird die Ausstellung in Oldenburg von der Stiftung Kunst und Kultur der Landessparkasse. Vorstandsmitglied Gerhard Fiand prophezeite der Schau eine Wirkung, „die weit über die Region hinausgeht“. Mit ihr werde sich das Oldenburger Prinzenpalais „nachhaltig positionieren“ können.

Ganz überwältigt von dem Andrang war Rainer Stamm, Direktor des Landesmuseums für Kunst und Kulturgeschichte, der die Besucherzahl mit „mindestens 400“ zunächst nur schätzen konnte. Mit der Baselitz-Ausstellung sei das Landesmuseum auf dem Weg, sagte er zur Einführung in die Schau, die Moderne fortzuschreiben und sich „auf der Landkarte der Landeskunstmuseen“ einen Platz zu sichern.

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