OLDENBURG - Die Oldenburger Ausstellung wurde gestern Abend eröffnet. Die beiden Künstler kommen aus New York.

Von Jürgen Weichardt

OLDENBURG - Alte Bekannte, Starsky und Hutch, die Fahnder aus einer US-Krimi-Serie der 70er-Jahre, erscheinen auf einem kleinen Monitor in einem Koffer. Daneben hängt ein Regal mit 278 DVDs. Die Arbeit mit dem Titel „Every Shot, Every Episody“ vereint mehrere Methoden des Künstlerpaares Jennifer und Kevin McCoy: Der Fernsehfilm als Volkskultur wurde vom Computer einer scheinbar objektiven Analyse unterzogen, 20 Serienfolgen wurden nach Farben, ähnlichen Handlungen, auffälligen Gegenständen wie gelbe VWs durchsucht.

Scharfe Schnitte zerlegen jeden Vorgang und filtern das Motiv heraus. Die dateitypische Verwahrung der Ergebnisse ist Teil der Arbeit. Aber die Unterhaltsamkeit der Kinohelden ohne Handlung fesselt dennoch. Schnitte zerlegen die ohnehin fiktive Realität in eine surreale Addition von Augenblicken, als wenn man mit der Fernbedienung zappt. Trotz scheinbarer Objektivität reduziert die Auswahl also Logik und Verstehen auf Sekunden reiner Empfindung.

Vier weitere Arbeiten sind geschickt in den Räumen des Medienhauses verteilt. Während in „I number the Stars“ auf ähnliche Weise „Star Trek“ analysiert und auf die TV-Stars zugeschnitten wird, basieren „Kiss“ und „Eternal Return“ zwar auf alten Filmen, aber ausgewählte Szenen werden neu gefasst.

In „Kiss“ spielen zwei Akteure auf rekonstruierter Bühne eine leidenschaftliche Kuss-Szene nach. Viele Kameraeinstellungen werden vom Computer geschnitten und immer neu gemischt, so dass aus einem kleinen Ausschnitt laufend neue Realitäts- oder Illusionsmomente entwickelt werden.

Bei „Eternal Return“ auf der Basis von Fred Astaires Film „Scheidung auf amerikanisch“ (1934) mit Ginger Rogers, nehmen Kameras an beweglichen Metallarmen Tanzszenen von Spielzeugfiguren auf, die auf Tischen montiert sind. Die schwarzweiße Projektion scheint die Atmosphäre des Films wiederzugeben.

Die Verwendung von Spielzeugfiguren erlaubt, die Horizontale als Spielfläche zu verlassen. Das jüngste Werk, „Double Fantasy (Religion)“, extra für Oldenburg geschaffen, wird zur Videoskulptur. Die fragwürdige Objektivität wird in reine Subjektivität und Abstraktion verwandelt.