OLDENBURG - Manchmal kommt die Kunst zu den Machern. Als Martina Altschäfer nach Emden reiste, schaute sie bei Ausstellungsmacher Jürgen Steinfeld in Oldenburg vorbei. Der Mann vom Kulturspeicher staunte, hatte die 48-Jährige doch praktischerweise gleich vier Zeichnungen unterm Arm.

„Riesige Lappen“, erinnert sich Steinfeld schmunzelnd. Die überzeugten ihn. Spontan sagte er der Künstlerin eine Ausstellung zu. Und plötzlich war Martina Alt-schäfer ein wichtiger Teil des Ausstellungsprogramms des Kulturspeichers bis einschließlich Mai 2009.

Als nächste Ausstellung zeigt Steinfeld allerdings zunächst im Stadtmuseum Oldenburg neue Gemälde von Werner Knaupp. Das Projekt wird durch die Stiftung Kunst und Kultur der Landessparkasse zu Oldenburg maßgeblich gefördert. „Wasser. Island“ ist der Titel der Schau, zu sehen ist sie ab 4. Dezember.

Im gewissen Sinne endet damit sinnreich eine zeitliche Komposition: Steinfeld hatte das Jahr mit Werken von Strawalde eröffnet, er beschließt es ebenfalls mit einem deutschen „Klassiker“, mit Knaupp. Indes: Steinfeld weiß schon jetzt, dass die Knaupp-Schau die Besucher gehörig „polarisieren“ wird. Knaupp hat in Schwarzweiß gemalt, vor allem Wasser, aber eben nicht sehr mehrheitsfähig und einnehmend hübsch in Blaugrün, sondern eher Dunkel und gewaltig.

Am 30. Januar 2009 folgt dann Reinhard Stangl mit Gemälden, Zeichnungen und Grafiken im Dachgeschoss des Oldenburger Schlosses. Stangl gehörte zur damals exilierten DDR-Künstler-Gruppe „Malstrom“, die in Berlin durch eine Ausstellung im „Haus am Waldsee“ für Aufsehen sorgte. Stangl ist, wie Steinfeld erläutert, der vierte in einer Reihe, von denen die drei Hans Scheib, Cornelia Schleime und Helge Leiberg bereits in Oldenburg zu sehen waren. Stangl stammt aus Leipzig, heute lebt er in Berlin. Der Künstler ist ein Vielgereister. Passend dazu heißt die Oldenburger Schau „Die Reise“. Gemeint ist die Zeitreise, aber auch die geografische Reise an sich.

Vom 27. März 2009 bis zum 10. Mai 2009 schließlich präsentiert Martina Altschäfer ihre Zeichnungen. Die wird sie dann nicht mehr zusammengerollt untern Arm klemmen können. Man plant nämlich, zahlreiche Arbeiten aus den Jahren 2005 bis 2009 zu zeigen. Und da Martina Altschäfer sich nicht mit Kleinformaten begnügt (ihre Zeichnungen sind schon mal 90 Zentimeter hoch und 80 Zentimeter breit) sind Überraschungen zu erwarten. „Aus Arkadien“ heißt die Schau. Das klingt gut.