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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Möbelstück gibt sich kurvenreich

14.04.2018

Oldenburg In diesem Jahr feiert der Panton Chair sein 50-jähriges Dasein auf dem Markt, und dank einer Schenkung aus Privatbesitz verfügt auch das Landesmuseum über ein Exemplar des ikonischen Stuhls, der den Pop in die Welt der Möbel brachte und zu den Design-Klassikern des 20. Jahrhunderts zählt.

Er ist der erste Stuhl, der aus einem Guss, mit nur einem Werkstoff und aus nur einer Form hergestellt wurde. Die Entwicklung des freischwingenden und stapelbaren Sitzmöbels hatte sich allerdings über 40 Jahre hingezogen. Verner Panton, Architekt aus Dänemark, experimentierte seit Mitte der 1950er Jahre an einem Stuhl, der aus einem Guss direkt aus dem Boden wachsen sollte.

Auf einem ersten Modell, das aus tiefgezogenem Polysteron hergestellt worden war und mit dem Panton in seinem roten Porsche durch ganz Europa fuhr, um für seine Idee zu werben, konnte man allerdings nicht sitzen, es war zu zerbrechlich. Auch an der progressiven Gestaltung störten sich die meisten Möbelhersteller und lehnten eine Zusammenarbeit mit Panton ab.

Anfang der 1960er Jahre kam Panton in Kontakt mit Willi Fehlbaum, dem damaligen Chef von Vitra. Dieser zeigte Interesse, den Stuhl zur Serienreife zu entwickeln, woraufhin Panton mit seiner Familie nach Basel übersiedelte, um sich dem zeitintensiven Projekt voll und ganz widmen zu können.

Nach mehrjähriger, intensiver Forschung mit verschiedenen Chemiefirmen konnte nach der Herstellung von diversen Versuchsmodellen im August 1967 der Panton Chair erstmals der Öffentlichkeit präsentiert werden. Seitdem ist der Stuhl aus vier unterschiedlichen Kunststoffmaterialien produziert worden.

Als der erste Panton Chair auf den Markt kam, waren vor allem gedeckte Brauntöne in Mode. Verner Panton brachte die Farbe zurück in die Möbelgestaltung. Von Anfang an war der Stuhl in Pantons Lieblingsfarbe Rot, aber auch in Weiß, Schwarz, Blau und Gelb erhältlich. In der Popkultur fand er schnell seinen Platz und war omnipräsent in Werbung und Medien.

Wie die Pop Art wirkte er frisch, modern und sexy. Auch auf das Cover der „Vogue“ schaffte es das Möbelstück: Im Jahr 1995 sitzt die unbekleidete Kate Moss auf einem roten Modell.

Wie kaum ein anderer war Panton vom Material Kunststoff besessen, mit dem zu gestalten ihm alles möglich schien. Panton war es auch, der die ersten aufblasbaren Möbel aus Plastik entwarf.

Mit der zunehmenden Kritik an dem Material in den 1980er Jahren verloren Pantons Entwürfe kurzzeitig an Aufmerksamkeit. Doch schon in den 1990er Jahren erlebten sie ein Revival. Vor allem für den Panton Chair mit der charakteristischen Silhouette ist die Faszination bis heute ungebrochen.

In seine Umgebung passt er sich mit seinen eleganten Kurven entweder harmonisch ein oder stellt einen bewussten ästhetischen Bruch dar. Sogar als Bestuhlung einer Kirche im tschechischen Chodovice hat der kurvige Panton Chair Einsatz gefunden: In reinem Weiß und mit einem in die Rückenlehne gefrästen Kreuz steht er hier als modernes Kirchengestühl aus Kunststoff im radikalen Gegensatz zu dem gotischen Gewölbe.

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