OLDENBURG - Maier las aus seinem Roman „Kirillow“. Die Reihe „Spruchreif“ wird fortgesetzt.

von Renée potente

OLDENBURG - Da hatte man gleich den Duft von Neuem in der Nase: In den frisch gestrichenen Räumen im Dachgeschoss der Peterstraße 1 empfing Monika Eden vom Literaturbüro Oldenburg Besucher, die sich „spruchreif“ etwas erzählen lassen wollten. Den Auftakt dieser Veranstaltungsreihe gab der Schriftsteller Andreas Maier, der aus seinem neuen Roman „Kirillow“ (Suhrkamp 2005, 352 Seiten, 19,80 Euro) las.

Maier, Jahrgang 1967, dessen Romane „Wäldchestag“ (2000) und „Klausen“ (2002) bereits mit etlichen Preisen ausgezeichnet wurden, lässt in „Kirillow“ eine Gruppe Frankfurter Studenten die rastlose Suche nach der Frage des Wahren oder Falschen im Leben aufnehmen. Im Handgepäck haben sie die Frage: Lohnt es sich heutzutage, an etwas zu glauben?

Unbedingt, lautet die Antwort – auch wenn dadurch um so deutlicher wird, dass die Welt eine große Kommunikationswüste ist. Darin vertreten zwar alle irgendwie irgendeine Überzeugung, aber niemand kann den anderen damit erreichen. Maiers Protagonisten verirren sich auf eine elterliche Cocktailparty, deren großbürgerliche Enge sich mit ihrem eigenen aufbrausenden Idealismus nur ertragen lässt, indem sie sich mit Gin von den Sekt schlürfenden „Konservativfuzzis“ absetzen und mit einem gewissen Alkoholpegel etwas gänzlich anderes als gute Stimmung erzeugen.

Ein wenig verschnupft zu Beginn, überzeugte der Autor mit seinem Vortrag, der gestenreich und pointiert jene rebellische Aufmüpfigkeit atmete. In der anschließenden Gesprächsrunde stellten sich Andreas Maier wie auch sein Schriftstellerkollege Artur Becker, der die Veranstaltung moderierte, den Fragen des Publikums. In lauschiger Wohnzimmeratmosphäre ließ es sich gut und gerne auch etwas länger verweilen.

Die Reihe „Spruchreif“ wird am 26. April und am 10. Mai jeweils um 20 Uhr im Dachgeschoss der Peterstraße 1, fortgesetzt.

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