OLDENBURG - Klaus Kordon war bereits das fünfte Mal in Oldenburg. Diesmal stellte er den zweiten Band einer geplanten Trilogie vor.

von Henrike Krome

OLDENBURG - Denkt Klaus Kordon an Oldenburg, gerät er ins Schwärmen: „Neben Tübingen und Freiburg gehört Oldenburg zu meinen Lieblingsstädten“, sagt der Buchautor. Kordon las am Dienstagabend im Graf-Anton-Günther-Gymnasium aus seinem neuesten Roman „Fünf Finger hat die Hand“.

In dem Buch beschreibt Klaus Kordon die Zeit um 1870/71 und wie die fünfköpfige Familie den Deutsch-Französischen Krieg und die Anfänge der Demokratie-Bewegung im Allgemeinen erlebt. Er wählte sieben verschiedene Szenen, die die damalige Situation aus den Perspektiven der drei Kinder widerspiegelten. Zwischen den einzelnen Leseausschnitten erklärte Kordon ausführlich die ausgelassenen Buchseiten und etwas zum Hintergrund der damaligen Zeit.

Das Publikum war durchmischt von jugendlichen und erwachsenen Lesern, die alle sehr interessiert den Worten von Kordon lauschten. Das dokumentiert auch, wie Kordon es schafft, die unterschiedlichen Generationen thematisch anzusprechen.

Auch die zwölfjährige Lara meint, „dass er gut beschreiben kann. Seine Geschichten sind aus der Wirklichkeit und keine Phantasie.“ Und die 22-jährige Kathrin Osterloh beeindruckt, „wie lebendig er formuliert und dass man sich in die Personen hineinversetzen kann.“

Organisiert wurde der Abend vom Kinderbuchladen Tabula. „Ich arbeite nun schon das vierte Mal mit Klaus Kordon zusammen. Es ist toll, wie er geschichtliche Hintergründe aus der Sicht des Arbeitermilieus schildert. Das möchte ich den Jugendlichen mit auf den Weg geben“, erklärt Tabula-Inhaberin Christina Berg.

Auf die Fragen aus dem Publikum nach seinem Lesebeitrag reagierte Kordon souverän. Die Frage, ob die Trilogie bereits von Anfang an geplant war, musste Kordon verneinen. „Die Idee entstand erst, als ich mehrmals darauf hingewiesen wurde, die Lücke zwischen 1848 und 1918 zu schließen.“ Zum Abschluss des Leseabends beschreibt Kordon: „Die Lesungen sind auch immer ein Test für den Autor. Man erlebt die Reaktionen von den Lesern auf das Buch, die man während des Schreibens nicht hat.“