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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Als Welterklärer Nerv der Zeit getroffen

17.01.2019

Oldenburg In einer Zeit der Populisten und Potentaten, Spinner und Spalter, Wahrheitsverbieger und Weltenbrandstifter scheint der kurze Blick in den Abgrund reizvoll, denn schon der nächste Schritt könnte der letzte sein. Das ist für heutzutage so spannend wie früher – und verkauft sich zudem glänzend, weiß Volker Kutscher. Der Autor hatte 2007 in seinem ersten Roman „Der nasse Fisch“ den Protagonisten Gereon Rath ins Berlin der späten Zwanzigerjahre geschickt.

Aus dem gefeierten Debüt ist eine Bestseller-Reihe mit sieben Büchern geworden. Aus dem jüngst veröffentlichten Werk „Marlow“ las der Autor nun in der ausverkauften Oldenburger Kulturetage.

Gereon Rath ist der Superstar des deutschen Fernsehens. Die fiktive Hauptfigur ermittelt in Kutschers Romanen seit über zehn Jahren, den maßgeblichen Schub erfuhr die Krimi-Reihe durch die opulent-spektakuläre Verfilmung „Babylon Berlin“.

Der Kommissar aus dem katholischen Rheinland muss im Berlin der Weimarer Republik erleben, wie sich die politische Grundordnung durch Massenarbeitslosigkeit, Verelendung der Menschen, Anarchie und Revanchismus von linken und rechten Terroristen auflöst. Raths moralischer Anspruch scheint in dieser aufwühlenden Phase die einzige Konstante.

Kutscher ist ein bemerkenswerter Generalist: Er fesselt sein Publikum, obwohl er kein sonderlich guter Vortragskünstler ist; er klärt auf über eine der facettenreichsten deutschen Epochen, obwohl er kein ausgebildeter Historiker ist. Aber er ist ein hervorragender Rechercheur und weiß Fiktion und Realität in aufregender Weise zu verbinden. Sein Sittengemälde des Berlin der 20er und 30er Jahre vermittelt mehr Authentizität als viele Lehrbücher.

Beginnend mit „Der nasse Fisch“ 1929 folgt jedes Buch der chronologischen Abfolge. Mit dem siebten Band „Marlow“ sind Kutscher und Rath im Spätsommer 1935 angekommen, der Zeit des „Reichsparteitags der Freiheit“ in Nürnberg, der ein Schwerpunktthema bildet. Titelfigur Johan Marlow ist übrigens Boss der Unterwelt, Größe der Berliner Ringvereine.

Drei weitere Rath-Bücher, verriet Kutscher, sollen noch hinzukommen. Mit dem Jahr 1938 und den Novemberpo­gromen wird die Reihe abgeschlossen sein. Aber nicht nur seine Leser meinen, dass es noch viel zu erzählen gäbe.

Oliver Schulz Redakteur / Politikredaktion
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