OLDENBURG - Gäbe es eine Liste von stilsicheren, einfallsreichen deutschen Gegenwartsautoren, die spannende Geschichten zu erzählen wissen – Sten Nadolny stünde ganz oben. Wer den zurückgezogen in Berlin lebenden 68-Jährigen erleben möchte, hat nun eine Gelegenheit dazu: Für die Lesung von Nadolny am 14. Mai in der NWZ -Reihe „Begegnungen“ gibt es noch Karten in den Geschäftsstellen der NWZ .
Der Verfasser des Bestsellers „Die Entdeckung der Langsamkeit“ liest am 14. Mai ab 20 Uhr im Oldenburger PFL (Peterstraße). Karten kosten sechs Euro, Studenten zahlen nur drei Euro.
Nadolny stammt aus einer Schriftstellerfamilie: Mutter Isabella (1917–2004) schrieb Familienromane, der Vater Burkhard (1905–1968) war Romancier. Der Sohn wuchs in Bayern auf, studierte in Göttingen, Tübingen und Berlin. Er promovierte über die Weimarer Republik, schlug sich als Taxifahrer durch, war Geschichtslehrer und Aufnahmeleiter beim Film.
1981 veröffentlichte er seinen ersten, bis heute äußerst lesenswerten Roman „Netzkarte”. Der schildert die unruhige Bahnreise eines suchenden jungen Mannes. 1983 folgte die berühmte „Entdeckung der Langsamkeit”. Nadolny erzählt darin die Geschichte des Seeoffiziers John Franklin. Der Schnelllebigkeit wird Langsamkeit als gutes Lebensgefühl entgegengesetzt. „Selim oder Die Gabe der Rede”, „Ein Gott der Frechheit”, „Er oder ich” oder der „Ullsteinroman” sind weitere wichtige Bücher von Nadolny.
In der seit 1997 existierenden Reihe der NWZ -„Begegnungen“ lasen u. a. schon Siegfried Lenz, Martin Walser und Ulla Hahn. Alle Lesungen waren ausverkauft.
