OLDENBURG - Die vergangenen Winter in Norddeutschland mögen mehr oder minder schneebefreit gewesen sein – die allgemeine Tristesse dieser Jahreszeit hat aber vielen Leuten ausgereicht, sich anderen Dingen zuzuwenden, dem Schreiben zum Beispiel. Das Ergebnis zeigt sich jetzt: Ein hoher Stapel neuer Bücher, die in irgendeiner Weise einen Oldenburg-Bezug haben, ist soeben erschienen.

Beliebteste Stilform der Autoren mit Oldenburger Hintergrund ist nach wie vor der Kriminalroman mit starkem regionalen Bezug. Gutes Beispiel hierfür ist H.W. Stöver: Der Debütant lässt seine verzwickte Detektivgeschichte „Teuflische Intrigen“ zwischen Oldenburg und Delmenhorst spielen und verlegt das Finale in seinen Wohnort Hatten. Ganz innerhalb der Stadtmauern geht derweil Frank Hartmanns Held in dem durchaus auch humorigen Buch „Tödlicher April“ auf Spurensuche.

Aus Bremen stammend, lässt auch Renate Niemann ihre Hauptfigur im Psychothriller „Der Graumacher“ größtenteils in Oldenburg aktiv werden. Hier werden auf geschickte Weise Krimihandlung und ein Stück Stadtgeschichte miteinander verquickt. Klaus-Peter Wolf dagegen nutzt im spannenden „Ostfriesenblut“ die Stadt zuallererst, um hier eine Frauenleiche verschwinden zu lassen.

Seiner Faszination für das russische Reich nutzt derweil der gebürtige Oldenburger und jetzt in Bonn lebende Heinz Fangmann. Sein Roman „Die Russin Nina“ soll, so der Autor, zur Völkerverständigung beitragen. Eine Fortsetzung ist bereits in Arbeit.

Die Oldenburgerin Anita Koeppler schildert in „Die humanitäre Illusion“ ihre (positiven wie negativen) Erfahrungen aus einem humanitären Einsatz für Straßenkinder in Brasilien. Eine nachdenkliche Aufarbeitung einer Zeit, in der Anita Koeppler viel Neues erlebte.

Seit rund 50 Jahren lebt Hella Kleen mittlerweile im französischen Orleans. Dennoch sieht sie sich weiterhin als „echte Oldenburgerin“, die jetzt mit „Diese verdammten Amerikaner“ Erinnerungen aus der Zeit während und nach dem Zweiten Weltkrieg niedergeschrieben hat.