OLDENBURG - OLDENBURG/JS - „Es geht mit Geschichten wie mit vielen Menschen: Sie werden mit zunehmendem Alter schöner, und das ist erfreulich.“ Das sagte einst Hans Christian Andersen und meinte damit vielleicht auch seine Märchen.
Denn dass diese, 200 Jahre nach seiner Geburt, nichts von ihrem Zauber verloren haben, zeigten am Sonnabendabend die vollen Bänke im Küchengarten. Gebannt lauschten Kinder, Eltern und Großeltern der lebhaften Vorlesekunst Franziska Vondrliks und ließen sich in eine Welt der betörend singenden Nachtigallen, chinesischen Kaisern und einbeinigen Zinnsoldaten entführen.
„Andersens Märchen gefallen mir so gut, weil sie romantisch, traurig, teilweise ironisch und gesellschaftskritisch sind“, erzählt Schauspielerin Franziska Vondrlik. „Gerade weil sich Andersens Märchen so gut auf unsere Gesellschaft übertragen lassen, sind sie auch für Erwachsene sehr interessant. Außerdem eignen sie sich sehr gut zum Vorlesen.“
Und so waren die Zuhörer begeistert von der Lesung im Küchengarten, bangten um das Leben des chinesischen Kaisers, wünschten dem Zinnsoldaten, dass er seine große Liebe finden würde.
„Die Märchen von Hans Christian Andersen sind wunderschön und politisch. Gefallen hat mir hier ganz besonders die tolle Atmosphäre hier im Küchengarten“, findet Zuhörerin Marianne Kühn.
Mit den Geschichten des Dänen Andersen aufgewachsen ist Zuhörer Horst Pelz: „Die Märchen von Hans Christian Andersen waren die ersten, die ich gelesen habe und sie gefallen mir noch heute.“
