OLDENBURG - Glänzende Silber-Kerzenständer auf polierten dunklen Holztischen: „Wir haben ein Faible für Antiquitäten, die haben viel mehr Charme als was Neues“, schwärmt Peter Fester. Der Oldenburger war am Wochenende mit seiner Frau auf der Antikes in der Weser-Ems-Halle, wo 70 Aussteller unter dem Motto „Antikes trifft Modernes“ den über 3000 Besuchern Porzellan, Möbel, Schmuck und viele andere Kunstschätze präsentierten.
„Moderne Kunst ist ein neues Thema der Ausstellung“, erklärt Projektleiter Alfred Meyer, „wir haben uns gefragt, wie man junge Leute für Altes begeistern kann.“ Die Kombination von Antiquitäten mit Objekten von modernen Künstlern sei eine generelle Entwicklung am Markt. „Das Publikum war sehr aufgeschlossen und fachkundig“, so Meyer. So fanden viele Werke und Kunstgegenstände neue Besitzer.
„Der Trend geht zu hochwertiger Kunst, ,Geiz ist geil’ hat da nichts zu suchen“, sagt der Projektleiter und betont neben der Wertbeständigkeit alter Möbel und Gemälde auch die Nachhaltigkeit.
Zu den modernen ausstellenden Künstlern zählte die niederländische Künstlergruppe „Kunst aan de rand van Nederland“, die für den Sonnabendnachmittag eine eigene Eröffnung mit musikalischer Umrahmung organisiert hatte. „Mooi Uitzicht“: Grenzenlose „Schöne Aussicht“ ist der Gemälde-Titel eines Triptychons von Hans van Herwijnen, das die Kooperation mit den Niederlanden bei der Antikes widerspiegelt.
„Diese Messe bietet ein breites Spektrum – auch für den kleinen Geldbeutel, gerade im Unterschied zur Nostalga“, findet eine Besucherin, die bereits seit 20 Jahren Antik-Messen besucht. Obwohl die Antikes besonders die älteren Generationen anzog, tummelten sich auch viele jüngere Menschen unter den Besuchern, die für das eine oder andere Objekt schwärmten: „Der rote Sessel gefällt mir sehr gut, ich überlege, ob ich ihn kaufe“, verrät der 34-jährige Peter Witthake – von den Preisvorstellungen des Verkäufers weiß er allerdings noch nichts. . .
Zudem konnten sich die Besucher über die Historie ihres Lieblingsstückes beim jeweiligen Aussteller informieren – für eine ganz persönliche Note in den eigenen vier Wänden.
Modernes auf der Antikes
Moderne Kunstwurde von 20 Ausstellern gezeigt, darunter z.B. Werke von Paul Wunderlich, Andreas Nossmann oder Elvira Bach. Zudem gab es die Sonderschau der Gruppe „Kunst aan de rand van Nederland“. Organisatorin Bettina Airaksinen möchte die Schau noch aussagefähiger machen: „Kunst muss swingen, fetzen, rocken, damit sie wahrgenommen wird.“ Künstler sollten noch mehr auf das Publikum zugehen.
