OLDENBURG - Mit einem besonderen Familienfest hat das Horst-Janssen-Museum am Sonnabend den 80. Geburtstag des 1995 gestorbenen Künstlers gefeiert. Besucher hatten nicht nur freien Eintritt, sie konnten auch mit den Kindern Janssens plaudern. Nach elf Jahren seien sie erstmals alle vier wieder zusammen, sagte der Älteste, Clemens Gutsche. Lange Zeit wussten sie nichts voneinander. 1991 lernten sie sich bei einem Familientreffen kennen, so der 59-Jährige. Seitdem hielten sie Kontakt.
Die 1956 geborene Tochter Lamme hatte lange Zeit kein Interesse, zu wissen, wer ihr Vater ist. „Im Alter von drei Jahren bin ich mit meiner Mutter nach Kanada gezogen und dort aufgewachsen“, berichtete sie. 1991 kam sie mit ihrer eigenen Tochter nach Deutschland zurück und zog zum Vater ins Haus.
Sohn Philipp hat seine Kindheit bis zum Alter von acht Jahren mit dem Vater verbracht. „Es war immer viel los, es war nie langweilig“, sagte der 48-Jährige.
Der jüngste Sohn ist der 1973 geborene Adam. „Ich wusste, dass er mein Vater ist. Aber es gab wenige Gelegenheiten, wo ich ihn gesehen habe, meist bei öffentlichen Anlässen.“ Er habe auch Briefe von ihm bekommen. „Unterhalten wollte er sich erst, wenn ich 21 bin. Und das haben wir dann oft gemacht.“ Rückblickend sind sie alle stolz auf den Vater und gern zur Geburtstagsfeier ins Museum gekommen.
Neben Clemens Gutsche, Lamme, Philipp und Adam Janssen war auch Janssens Enkeltochter Kalyani Janssen dabei. Geduldig nahmen sie sich Zeit, jedem Besucher den Retrospektivekatalog zu signieren. „Ich habe vier Unterschriften und eine Zeichnung bekommen“, freut sich Anna Görne beim Blick in ihr persönliches Retrospektive-Exemplar.
Auch Sonderwünsche wurden erfüllt: „Signieren Sie auch etwas anderes als Kataloge? Ich habe hier nämlich eine Lithographie...“, möchte ein Besucher von Clemens Gutsche wissen – der zückt auch schon ohne zu zögern den Stift.
