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Museumstag Intergalaktisch durch Geschichte düsen

Lena Lugert

OLDENBURG - Das Sonnensystem ist heiß gelaufen. Glücklicherweise kann Dr. Ulf Beichle, Leiter der Abteilung Naturkunde im Landesmuseum Natur und Mensch, den Schaden an dem Modell in der aktuellen Ausstellung „Meteoriteneinschlag“ schnell beheben. Am Internationalen Museumstag am Sonntag in Oldenburg umkreist die Erde die Sonne einwandfrei.

Unter dem bundesweiten Motto „Museen im Wandel“ und mit vielen Sonderveranstaltungen öffnen die Oldenburger Museen an diesem Tag ihre Türen. Im Landesmuseum Natur und Mensch kreisen alle Aktionen um die aktuelle Ausstellung. Die Oldenburger Sternfreunde sind zu Gast und präsentieren eine Kamera zur Astro-Fotografie, deren faszinierende Sternenbilder auf einer großen Leinwand im Ausstellungsraum zu bewundern sind. Bernward Große nimmt interessierte Besucher in einem Vortrag mit auf eine Reise durch das Sonnensystem. Das Weltall ist hier zum Greifen nah: Es gibt Meteoriten zum Anfassen und Hochheben und einen Chevrolet, der im Jahr 1992 in New York von einem solchen Himmelsgestein beschädigt wurde.

Feuerwehr im Schloss

Auch im Schloss, in dem das Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte beheimatet ist, läuft der Tag gut an. Viele Erwachsene interessieren sich für die Führungen, die sogar teilweise auf Plattdeutsch gehalten werden. Für die kleinen Museumsgäste hat man sich etwas ganz Besonderes ausgedacht: Gemeinsam mit der Feuerwehr können sie das Schloss auf seinen Fluchtwegen erkunden und lernen, wie man sich im Brandfall richtig verhält. Spätestens die anschließende Fahrt im Feuerwehrwagen dürfte diesen Tag für alle Kinder unvergesslich machen.

Vor dem Horst-Janssen- Museum und dem Stadtmuseum stehen außergewöhnlich viele Fahrräder und auch die Plätze im Café sind belegt. Die meisten Besucher aber nehmen an der Eröffnung der Ausstellung „Richard tom Dieck. Mehr als Landschaft – oder: Ein Leben für die Kunst“ teil.

Museumsmitarbeiter sorgen mit Klappstühlen für ausreichend Sitzgelegenheiten. Aber auch in den entlegeneren Räumen des Museums informieren sich Interessierte über die Stadtgeschichte. Oft sind es Familien mit Kindern, die hier einen Eindruck davon bekommen, wie die Bürger Oldenburgs in den vergangenen Jahrhunderten gelebt haben.

Eine weitere Attraktion ist auch die aktuelle Ausstellung mit Werken von Markus Lüpertz im Horst-Janssen-Museum. Neben seinen Skulpturen und Bildern zieht besonders eine filmische Dokumentation über das Leben des Künstlers die Besucher an. Sie erfahren unter anderem, dass Lüpertz gelegentlich sogar als Jazz-Pianist auftritt.

Fernseher als Instrument

Musik im weitesten Sinne ist auch im Edith-Ruß-Haus für Medienkunst das Thema des Tages. Hier eröffnet die Kanadierin Darsha Hewitt ihre Ausstellung „Electrostatic Bell Choir“. Aus alten Röhrenfernsehern hat sie eine Installation geschaffen, in der die elektrostatische Aufladung der Geräte kleine Glocken in Schwingungen versetzt. Erstaunlich viele Besucher haben den Weg in den dunklen Präsentationsraum gefunden, in dem alte Fernseher schwarz-weiß flimmern und einen diffusen Glockenklang erzeugen. Als Nächstes möchte die Künstlerin sich von Oldenburger Musikern eine Partitur für ihr elektrostatisches Glockenspiel komponieren lassen.

Museumstag als Chance

Der Internationale Museumstag ist eine Chance für Oldenburger Museen, sich zu präsentieren und Besucher anzulocken. „Es ist für uns ein spannender Tag. Viele Leute haben noch eine Hemmschwelle, da sie nicht wissen, was wir genau machen. Die wird durch diesen Tag abgebaut“, erklärt Ingmar Lähnemann vom Edith-Ruß-Haus für Medienkunst.

Die Besucherzahlen geben ihm recht. Die Sonderveranstaltungen in den Museen sind ein willkommener Anlass, die Museumskultur in der Stadt neu zu entdecken.

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