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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Angelockt von Streichinstrumenten

18.05.2019

Oldenburg Diese Musik spielt „wie der Wind mit verschiedenen Segelschiffen.“ Was für ein schönes Bild! Es gibt eine Vorstellung von „Mechanics of Flying“ von Liisa Hirsch. So poetisch hat eine Bewunderin die faszinierende Viertelstunde an Klängen und Bewegungen beschrieben. Hirsch (35), die estnische Komponistin, hat mit diesem Orchesterstück 2016 in Berlin den Europäischen Komponistenpreis gewonnen – und in diesem Januar haben die Oldenburger die Sog- und Schubkraft dieser Fantasie im 4. Sinfoniekonzert des Staatsorchesters spüren können.

Liisa Hirsch und Oldenburg: Das ist eine anregende Verbindung auf Zeit. Sie nennt sich „a.i.r – Artist in Residence“. Es ist ein Projekt, in das Eckart Beinke eine Menge Arbeit gesteckt hat.

Beinke, Vorsitzender des Fördervereins für Aktuelle Musik oh-ton, hat erst einmal beim Kulturministerium in Hannover Geld dafür locker gemacht. Grundidee ist es, namhafte Komponistinnen oder Komponisten über eine feste Zeit für eine enge Zusammenarbeit mit Musikschaffenden im Nordwesten zu gewinnen.

„Zehn- bis zwölfmal sollten sie innerhalb eines Jahres hier vor Ort sein, um mit Profis und Laienmusikern zusammenzuarbeiten und das Publikum einzubeziehen“, umreißt er den Rahmen.

Staatstheater und oh-ton arbeiten Hand in Hand. Generalmusikdirektor Hendrik Vestmann schlug als „Artist“ seine estnische Landsfrau Hirsch vor. Die sagte bei solcher Fürsprache auch zu. Sie hat in Tallin und Den Haag Komposition studiert. Sie ist Pianistin, fühlt sich aber „von Streichinstrumenten besonders angelockt“. Bisher hat sie Musik für Theater, Konzertsaal, Film oder Ballett komponiert. Als poetisch und zugleich kraftvoll und konzentriert wird ihre Tonsprache charakterisiert.

Oper- und Konzertdramaturgin Annabelle Köhler passt die künstlerischen Vorstellungen in den praktischen Arbeitsablauf ein. Sie spürte schon bei Hirschs erstem Besuch, wie viele neue Anregungen in dieser Zusammenarbeit steckten: „Bei der öffentlichen Einführung ins Sinfoniekonzert sind wir im Gespräch mit der Komponistin die ganze Zeit bei ihrem Werk hängen geblieben. Da war dann im Konzert im Großen Haus wirklich Offenheit und Verständnis für diese Musik zu erkennen.“

„Das war für a.i.r. aber erst die Vorpremiere“, sagt Beinke. Offiziell geht es am 26. Mai los, um 11.15 Uhr im 6. Kammerkonzert im Kleinen Haus. Neben Igor Strawinskis „Geschichte vom Soldaten“ steht Hirschs „Harmoniums“ als Uraufführung auf dem Programm. Die Komponistin übernimmt in ihrem Auftragswerk die Strawinski-Besetzung mit Klarinette, Fagott, Trompete, Posaune, Violine, Kontrabass, Schlagzeug und Erzähler. Als Grundlage wählte sie den satirisch-philosophischen Science-Fiction-Roman „Die Sirenen des Titan“ von Kurt Vonnegut von 1958/59.

„Die Harmoniums“, so erläutert Annabelle Köhler, „sind im Roman kleine drachenartige und filigrane Wesen, die auf der Nachtseite des Merkur leben. Zu ihrem Wachstum brauchen sie das Singen und die Schwingungen des Planeten. Verstummen diese, sterben sie.“ Man kann sich vorstellen, „dass die Komponistin entsprechend dem sphärischen Umfeld auch mit Sphären-Harmonien spielt“.

Beinke hat für die weiteren Arbeitsphasen mit der Estin bis 2020 schon allerhand Pläne entwickelt. Auch Chöre spielen dabei eine Rolle. Nicht nur aus Oldenburg haben sich Bewerber gemeldet. Mit Schülern und Ehemaligen des Ubbo-Emmius-Gymnasiums hat sich in Leer ein Männerchor gebildet, der ins Projekt passt. Es können sich, laut Beinke, durchaus noch Interessenten melden.

„Fortsetzungen über die nächsten Jahre wären schön“, schwebt dem oh-ton-Chef vor. Es mangelt ja nicht an Ideen. Doch steht da nicht erst etwas anderes davor?

„Na klar, das Geld“, sagt Beinke und lacht einfach erst mal.

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