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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Da rasten Akkorde richtig ein

22.06.2018

Oldenburg Künstlernamen mögen schon mal nach asiatischem Kampfsport oder Reinigungsmittel klingen, nennen wir etwa die populären Rapper Bushido oder Sido. Da kommen jene sechs gesitteten Herren, die den wenig bescheidenen Titel „The King’s Singers” führen, schon richtig abgehoben daher. Das können sie sich locker leisten. Das Sänger-Sextett, das ohne instrumentale Begleitung singt, repräsentiert absolute Weltklasse.

Tobias Götting, der Kantor der Lambertikirche, hat die King’s Singers nach Oldenburg geholt. Am 24. Juni (Sonntag, 17 Uhr) gastieren sie im großen Rundbau. Eigentlich musste er den Briten dazu fast nur die Tür aufsperren. „Die Briten fühlen sich bei uns einfach wohl”, sagt Götting. Das leitet er aus bisher vier Gastspielen der Maßstäbe setzenden Formation ab: „Sie haben mal erzählt, dass sie die Akustik in Lamberti ebenso schätzen wie das Ambiente mit einem rege mitgehenden Publikum.”

Mit Fliege

Anlass für das kleine Jubiläum der Oldenburger mit dem fünften Auftritt seit 2001 ist das große Jubiläum der A-cappella-Sänger. Sie absolvieren weltweit mit über 120 Auftritten ihre „50th anniversary tour“. Hinter ihrem Status verbergen sich neben der rein sängerischen Klasse innovative Programme. „Die Tradition hat bei ihnen eine wichtige Bedeutung”, erklärt Götting, „aber sie erfinden manche Musiken und ihre Präsentation regelrecht neu.“

Zum Jubiläum haben die King’s Singers alte Bilder hervorgekramt. „O me, o my“, lacht Bariton Christopher Gabbitas bei der Betrachtung des Gründer-Sextetts: Solide schauende Jungs mit Fliege, brav frisiert, und zwei davon in Hosen, deren Länge gegen Hochwasser gerüstet war. Sie hatten sich 1968 als unternehmungslustige Chorstipendiaten am King’s College in Cambridge zusammengefunden. Mit zwei Countertenören, einem Tenor, zwei Baritonen und einem Bass legten sie die Besetzung bis heute fest. „Da haben wir ein sattes Bassfundament, und jede Stimme legt sich auf die jeweils tiefere drauf”, erklärt Gabbitas den Klang. „Da rasten die Akkorde richtig ein.“

Die Gründungssänger wollten zwar niemals auseinandergehen, doch ab 1978 gab es Wechsel. 26 Sänger des Königs haben bis heute mitgewirkt. Patrick Dunachie, Timothy Wayne-Wright, Julian Gregory, Christopher Bruerton, Christopher Gabbitas und Jonathan Howard bilden die Formation im Jubiläumsjahr. 3000 Werke und Arrangements wurden seit 1968 erschlossen. Aus 100 favorisierten haben sie das Festprogramm zusammengestellt.

Viele Feinheiten

Von der Renaissance bis zur Moderne spannt sich das Programm in Oldenburg. Einige Werke wurden eigens für die Formation komponiert. Es verbergen sich viele Feinheiten im Ablauf, etwa die „Quatre petites prières” nach Franz von Assisi des in Lamberti besonders gepflegten Francis Poulenc. Ansonsten lässt Sprecher Gabbitas noch offiziell verlauten: „Nun freuen wir uns schon auf das Hundertste!“


  www.lamberti-kirchenmusik.de 

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