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Musik Entdeckung eines schwedischen Komponisten

Werner Matthes

OLDENBURG - Der deutsche Musikbetrieb hat den schwedischen Komponisten Allan Pettersson (1911–1980) bis heute nicht assimiliert. Der leidgeprüfte leidenschaftliche Geist, ein Außenseiter in vieler Hinsicht, steht zur Entwicklung der Musik in „seinem“, dem 20. Jahrhundert seltsam quer.

Dabei spiegelt sein Werk, in erster Linie die umfangreiche Sinfonik, tiefe Welteinsicht wider. Es gibt sich ebenso eruptiv wie distanziert, es ruft Erinnerungen an Klassik und, mehr noch, Romantik herauf und spricht doch eine ganz eigenständige, persönlich geprägte, vorwiegend düstere, seltener eine versöhnlich wirkende Sprache.

Ein großer Klagegesang

Peter Ruzicka, Komponist und Dirigent des 1. Sinfoniekonzerts des Oldenburgischen Staatsorchesters, hat seine Nähe zu Pettersson in Vier Orchesterskizzen, „ . . . das Gesegnete, das Verfluchte“, dokumentiert. Es wäre vermessen, hier diese Nähe in Einzelbefunden belegen zu wollen.

Zu sagen aber ist dies: Die Stücke, am Ende ein großer Klagegesang, leben vom spannungsreichen Kontrast, von den Gegensätzen und der Zusammenschau zeitgleich wirkender Instrumente und In­strumentengruppen, von ihrem bald blockhaften, bald linearen Gegeneinander, von einer voll tönenden und zugleich komplexen Polyphonie. Da ist die Raumklang-Idee, die Konträres bis hin zu grellem Schrei und leisem Verschweben bindet und fügt, die auf schillernde Flächigkeit setzt wie auf die zusammenfassende Kraft großer Bögen, nicht weit.

Wer dann am Ende ein „Original“, nämlich Petterssons 7. Sinfonie hört, spürt, wie genau Ruzicka über Pettersson und seine besondere Aura nachgedacht hat. Den tiefernst-düsteren Grundton bis hin zum Trauerkondukt, die a-la-marcia-Schläge, die bald kompakte, bald verschlungene Polyphonie gibt es auch hier. Dazu eine Weiträumigkeit, bei der man sich wundert, wie sie mit sparsamem motivisch-thematischem Vorrat erreicht wird.

Leuchtender Ton

Das Problem, das Beieinander aus Episoden, Entwicklungen, Varianten zum Ganzen zu fügen, haben Ruzicka und das farbenreich spielende Orchester trefflich gemeistert.

Solist in Brahms’ Violinkonzert D-Dur war Axel Strauss, der seiner Doppelaufgabe, den Solopart attraktiv, ausdrucksgeladen und virtuos zu markieren, ihn zugleich als obligate Klangfarbe in das feine Strukturgewebe des Werkes zu integrieren, in schönster Weise gerecht wurde. Sensibler und leuchtender Ton, überlegene Technik, dazu ein Elan, der die große Kadenz wie selbst feinste Ausdrucksnuancen erfüllt, taten das Ihre. Den sinfonischen Geist des Werkes repräsentierte das Staatsorchester; das Wort „Begleitung“ verbietet sich bei solcher Leistung. – Das Konzert wird an diesem Montag um 19.30 Uhr wiederholt. Karten: Telefon  0441/222 51 11

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