OLDENBURG - „Es ist schön zu wissen, dass die Einnahmen dieses Konzertes einem wohltätigen Zweck zufließen, zugunsten des Kinderhauses in Oldenburg.“ Ein Satz aus dem Grußwort von Kardinal Ruini, Generalvikar des Papstes, zum Benefizkonzert von Marco Frisina, dem man nur zustimmen kann: Hat das Ronald-McDonald-Haus, das Familien schwerkranker Kindern ein Zuhause auf Zeit bietet, doch einen elementaren Bedarf an Spenden. Zuwendungen zur Unterstützung dieser wichtigen Arbeit wie die von Frisina sind da hochwillkommen.
Monsignore Frisina, der „Kapellmeister des Papstes“, hatte das Konzert in der mäßig gefüllten EWE-Arena dem drei Jahre zuvor verstorbenen Papst Johannes Paul II. gewidmet und daher ausschließlich Stücke ins Programm genommen, die diesem besonders gefallen hatten.
So interpretierten Chor und Orchester der Diozese Rom, beide von ihm selbst gegründet, Solisten und die als „Stargäste“ anwesenden „Jungen Tenöre“ unter seiner Leitung vor der Pause einige Klassiker-Hits (Bach, Gounod, Mozart) und hinterher ausschließlich eigene Kompositionen. Durch das Programm leitete Andreas Englisch.
Englisch, ein durch mehrere Bücher als Vatikan-Experte ausgewiesener Journalist aus dem Hause Springer, gibt sich taff und redet schnell. Er ist „unglaublich stolz“ wegen der Anwesenheit der „Jungen Tenöre“, er weist auf deren CDs und auf seine Bücher hin, er erzählt von sich, seinem Sohn und vom verstorbenen Papst.
Wann immer er Frisina interviewt, duzt er ihn, und als „Jesus Christ, You Are My Life“ – ein von Frisina zum Weltjugendtag 2005 komponierter Ohrwurm – zum zweiten Mal als Zugabe erklingt, gibt er den Animateur, wippend, klatschend und zuckend zu stehenden Ovationen.
Man kann nicht sagen, dass diese Moderation dem Konzert nicht angemessen gewesen sei. Denn dessen, wie es der katholische Denker Karlheinz Deschner einst formulierte, „Aura übertriebener Gefühlsbeseeltheit“, war angelegt in Frisina selbst, seinem Dirigat mit behäbig getragener Mittellage und süßlichem Klang und eben in seiner eigenen, kalkulierbar sentimentalen Musik.
Ein oder zwei musikalische Themen pro Vier-Minuten-Stück werden da im immerselben Dreisprung ausgewalzt: Ein zager Beginn, der Mittelteil mit anschwellendem Ausdruck, der Schluss orgastisch.
Wenn auf der Bühne hinten links unter dem Notausgangs-Schild ein Mann aus dem Orchester aufstand, um alsbald die großen Becken scheppern zu lassen, wusste man zuverlässig: Jetzt ist es vorbei. Chor, Orchester und Solisten leisteten sich keine wesentlichen hörbaren Schnitzer; die Sporthallen-Akustik ebnete alles ein.
