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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Kino für die Ohren in der Weser-Ems-Halle

03.09.2019

Oldenburg Großes Kino für die Ohren gab es jetzt beim bildgewaltigen ersten Sinfoniekonzert der neuen Spielzeit am Sonntagabend in der Weser-Ems Halle. Anton Weberns Studienwerk „Im Sommerwind“, 1904 nach dem gleichnamigen Gedicht von Bruno Wille komponiert, aber zu Lebzeiten des Komponisten nie aufgeführt, eröffnete das ausgezeichnete Konzert.

Was für den jungen Komponisten eher noch eine Instrumentationsstudie war, entpuppte sich als farbenfrohes Tongemälde in Form einer sinfonischen Dichtung. Die kontrastierenden Abschnitte wurden durch ein zwischen Dur- und Mollterz changierendes Hauptmotiv miteinander verbunden.

Das Oldenburgische Staatsorchester spielte das ansprechende sinfonische Kleinod mit weichem Ausdruck, vor allem bei den Holzbläsersoli, und gab diesem stimmungsvollen Idyll die genau passende spätromantische Klangfarbe. Hauptwerk des Konzertes war der beeindruckende „Ring ohne Worte“. Lorin Maazel hat aus den vier Opern von Richard Wagner 70 nahtlos ineinander übergehende Minuten originale Orchestermusik ohne den Gesang zusammengestellt. Doch Wagners Musik spricht auch ohne Worte eine deutliche Sprache. Die zahlreichen Leitmotive und symbolträchtigen Themen inklusive einer meisterhaften, harmonisch reichhaltigen Verarbeitung, ließen das Publikum in komprimierter Form die große dramatische Geschichte der germanischen Götter- und Halbgötterwelt eindrucksvoll miterleben.

Generalmusikdirektor Hendrik Vestmann führte das um einige Aushilfen erweiterte Orchester mit großer Gestik und Mut zu dynamischen Extremen durch dieses Monumentalwerk. Beeindruckend war schon die Ruhe zu Beginn, wo er dem minutenlangen Klanggewebe des Es-Dur genügend Raum gab, bevor sich das musikalische Drama nach und nach entfalten konnte. Das wohlklingende Orchester folgte seinem Dirigat ausgesprochen aufmerksam. Der Tutti-Klang war bei den Streichern sehr sonor und bei den präzise spielenden Blechbläsern mitunter klanggewaltig in den aufgeregten Momenten. Vestmann nahm manchmal das Dirigat angenehm zurück und gab dadurch den Soli der Holzbläser, des Horns oder der Solostreicher genügend Raum, sich zu entfalten.

Den „Ring ohne Worte“ möchte man in dieser Qualität gern öfter hören. Machte er doch deutlich, wie Wagner in feinster Abstufung die stark kontrastierenden Motive aufeinander zu führte und somit der absoluten Musik mit ihren eigenen kompositorischen Gesetzmäßigkeiten folgen konnte.

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