OLDENBURG - Ganz im Zeichen der Romantik stand am vergangenen Sonnabend der 3. Sinfonische Konzertabend des Oldenburgischen Schlossorchesters. Dort entführten die Musiker das Publikum vom Oldenburger Schloss in die Landschaft Schottlands, gaben Einblicke in die Amerika-Reise von Antonin Dvorak über dessen Suite A-Dur, Op. 98 b, und sie spielten danach mit zwei Solisten aus Berlin einen eher kammermusikalischen Brahms – das virtuos anspruchsvolle Doppelkonzert Op. 102 a-Moll für Violine, Violoncello mit Orchester.
Auftakt mit „Hebriden“
Aufgewärmt hat sich das Orchester mit der Ouvertüre „Die Hebriden“, Op. 26, von Felix Mendelssohn Bartholdy, der in diesem Werk seine Eindrücke von einer Reise zu den schottischen Fingalshöhlen vertonte.
Norbert Ternes und sein Orchester verstanden es, die mystische Stimmung dieses Landschaftsgemäldes in dynamischen Stimmungsbögen wiederzugeben: Holzbläser schmiegten sich sanft ins wellende Streichermeer und Flöten warfen strahlende Phrasen gegen eine düstere Celloflut.
Nach der Suite Dvoraks, die das Orchester mit etwas zu viel Klangfülle wiedergab, folgte das Doppelkonzert von Brahms. Den Solopart übernahmen bei diesem Beitrag Bernhard Hartog (Violine), Erster Konzertmeister des Deutschen Sinfonieorchesters Berlin, und Michael Hussla (Violoncello), Solocellist im Orchester der Deutschen Oper Berlin.
Gleich zu Anfang wurde deutlich, dass Johannes Brahms mit dem Begriff der „Riesengeige“ spielte: Beide Solisten waren so aufeinander abgestimmt, dass sie sich scheinbar zu einem Instrument vereinten – energisch, aber ohne Feindseligkeit.
Das Cello erklärte sein Leid und fand verständnisvolle Töne bei der Violine – Brahms wollte hier die auseinandergegangene Freundschaft zu Joseph Joachim neu beleben. Das Orchester sorgte für den passenden Klangteppich.
Imposantes Finale
Das imposante Finale des Sinfonischen Konzertabends, besonders die Rhythmik des ersten Themas, forderte von den Solisten viel Virtuosität. Der ständige Wechsel von Legato und Staccato und das fast präzise Zusammenspiel zwischen Orchester und Solisten erzeugten einen fantastischen Charakter, der das Publikum zum langen Applaudieren mit Händen und Füßen brachte.
