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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Kunst und Pop und viel Gefühl

26.02.2018

Oldenburg Immer wenn der Februar am kältesten ist (also jetzt), regiert in der warmen Oldenburger Weser-Ems-Halle der gute Ton. Naja, vielleicht nicht immer, aber mindestens seit 2009. Seitdem gibt es das Show-Spektakel „Classic meets Pop“, und dessen zehnte Ausgabe war eines runden Geburtstags absolut würdig.

Veranstalter Reinke Haar konnte sich nach dem zweitägigen Treffen des (klassischen) Oldenburgischen Staatstheaters mit Vertretern der regionalen Pop- und Rockszene vor Komplimenten kaum retten – alle waren berechtigt. Nie zuvor hatte „Classic meets Pop“ es so mitreißend verstanden, die Stärken eines großen orchestralen Klangkörpers und von großen Einzelstimmen zu verbinden.

Auf diese Weise entstand im glitzerbunten Scheinwerferlicht der professionell arrangierten Show eine Allianz zweier musikalischer Welten, die wunderbar zueinander passen. Die Akteure schraubten sich in den beiden, jeweils rund dreistündigen Veranstaltungen zu besonderen Leistungen empor, die insgesamt über 6000 Zuschauer gingen begeistert mit.

Künstlerische Qualität gab’s immer – und dennoch ragten einige Solisten aus der Menge guter Beiträge heraus. Allen voran Derrick Ballard: Der Bass-Bariton, der lange am Oldenburgischen Staatstheater arbeitete und nun in Mainz engagiert ist, verband Klassik und Pop auf das Spektakulärste: Zunächst brillierte er klassisch mit der „Arie des Mephisto“ von Charles Gounod, danach führte er das Heavy-Metal-Gefühlskino „Nothing Else Matters“ von Metallica in den tiefsten Stimmen-Keller. „Es ist wunderbar, wieder in Oldenburg aufzutreten“, schwärmte Ballard hinterher, „diese Show beweist, wie viel Talent es hier gibt, im U- und im E-Bereich.“

Die E-Fraktion (also die „ernste“) hatte daneben mit Mezzosopranistin Melanie Lang und Tenor Stefan Heibach zwei Sänger am Start, die problemlos ins U-Fach (also das „Unterhaltsame“) wechseln konnten. Lang überzeugte mit Bizet und Abba, Heibach mit Puccini und Freddie Mercury. Gabriella Paterson mit weißer Geige und Dethy Borchardt mit rot-weißer E-Gitarre schließlich bewiesen mit Bach und Queen, dass ein Klassik-Pop-Mix auch ohne Stimme funktioniert.

Im Wettstreit des Wohlklangs wollte die Pop-Abteilung ohnehin nicht zurückstehen hinter der Messlatte, die die Klassik-Solisten und das Orchester unter Leitung von Jason Weaver hoch gelegt hatten. Herausragend dabei Calle Meinert (einst bei der Band „11 Männer und 1 Sakko“), der den Rocksong „Bat Out Of Hell“ von Meat Loaf mit viel Gefühl interpretierte.

Kunst, Pop und Gefühl – das verbanden aufs Schönste auch Emily Fröhling, Irina Rudi, Caren Miller, Lucia Sky, Björn Bruschke, Raphael Leskys und der Chor „Sound & Joy“, die berühmten Popsongs ihre eigene Note verliehen. Gut in Form zeigte sich zudem Mazze Schoon, der „Kinder des Nordens“, die neue Oldenburg-Hymne, erstmals live und mit dem Oldenburger Shantychor im Santiano-Stil aufführte.

Die Rock’n’Roller der Smashing Picadillys und die schrägen Wackeltenöre aus Wüsting rundeten ein „Classic meets Pop“ ab, das dank seiner Höhepunkte alle Vorgänger überragte. Die Ansprüche fürs nächste Jahr (9. März 2019) sind ziemlich hoch. . .

Klaus Fricke

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