OLDENBURG - Rot ist die Farbe der Liebe. Sie kann aber auch die Farbe der Wut und der Energie sein. Ob der Grund für die Energie am Donnerstagabend beim roten Vorhang zu suchen ist, der die hintere Bühnengrenze im Kleinen Haus des Staatstheaters markierte, lässt sich nur ahnen.

Fest steht, dass die Stimmung unter den Zuschauern etwas Energiegeladenes hatte. Eine enorme Spannung war aufgebaut. Man wollte auf jeden Fall unterhalten werden. Und so geschah es.

Das Festival „Jazz en bloc“ findet zum achten Mal statt. Nachdem das Oldenburger Kino Casablanca mit einer Filmvorführung bereits am Vortag in das Thema Jazz eingestiegen war, legte das Streichquartett Voice, Strings & Fire am Donnerstag mit dem ersten Konzert los. Dem begeisterten Applaus ging eine einzigartige musikalische Umsetzung von Stücken aus der Pop-, Rock-, Jazz- und der Heavy-Metal-Welt voraus.

Ja, ganz recht, der vermeintliche Höhepunkt war eine unglaubliche Version von dem Metallica-Klassiker „Master Of Puppets“. Dass dabei das Jazz-Feeling nicht verloren ging, spricht für die Musiker, die weitaus einfallsreicher agierten als ihre Kollegen von Apocalyptica, die durch ein solches Konzept Ruhm erlangten. Hier gab es keine Beschränkungen: Fools Garden’s „Lemon tree“ gehörte ebenso zum Programm wie Musik von Pat Metheny, Sting oder Jazz-Standards wie „Black Orpheus“.

„It’s A Road, Jack“ hieß es am Schluss, womit sich der durchziehende Faden des Spaßfaktors wieder der Vorhangfarbe näherte. „Guten Abend, meine Herzlichen“ verunglückte noch die anfängliche Begrüßung. „Das ist die Aufregung“ meinte der sympathische Bassist Jens Piezunka. Aufregend war auch der Auftritt von Deborah Brown aus den Vereinigten Staaten, die nach der Pause gemeinsam mit der Nordwest Bigband ihre Stimmbänder dehnte.

Auch unsere Streicherfreunde (diesmal als String Thing) durften wieder ran und sorgten mit „Giorgia On My Mind“ für Gänsehaut. Begeistert wurde das folgende Bigband-Repertoire, zum Beispiel von Irvin Berlin, aufgenommen. Brown zeigte Jazzqualitäten. Standing Ovations und ein endloser Applaus belegten das. Der rote Vorhang hing am Ende immer noch, aber wer immer noch Energie hatte, konnte in einer Bar bei der Jamsession weiter stampfen.

Das Festival endet an diesem Sonnabend. Infos zu den Sonnabend-Veranstaltungen in Oldenburg unter: www.jazzenbloc.de