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NWZonline.de Nachrichten Kultur

„Classic meets Pop“ gibt sein Bestes

25.02.2018

Oldenburg Immer wenn der Februar am kältesten ist (also zum Beispiel jetzt), ist Zeit für den guten Ton in der Oldenburger Weser-Ems-Halle. Na gut, vielleicht nicht immer, aber mindestens seit zehn Jahren. So lange gibt es schon das Show-Spektakel „Classic meets Pop“, und dessen erster runder Geburtstag wurde am Freitagabend mit einem großen „Best of“ gefeiert.

Das Konzept der musikalischen Leistungsschau regionaler Künstler, das in seinen Grundzügen einst aus Göttingen übernommen, dann aber in Oldenburg vom Team des Veranstalters Marsen & Partner ausgebaut und verfeinert worden ist, hat über die Jahre nichts an seiner Attraktivität verloren. Im Mittelpunkt steht von Beginn an der voluminöse Klangkörper des Oldenburgischen Staatstheaters, das eine Auswahl eigener Produktionen vorstellt und zudem Popsängerinnen und Sänger beziehungsweise Gruppen aus dem Nordwesten begleitet. Gewinner sind am Ende alle: Die klassischen Musiker, weil sie ihr können einem neuen Publikum beweisen können, die Popmusiker, weil sie einmal unter dramatischen Klangkaskaden arbeiten – und nicht zuletzt das Publikum, das alle seine Vorlieben in knapp drei Stunden Konzertdauer im friedlichen Nebeneinander erlebt.

So war klar, dass das Schild „Ausverkauft“ auch im zehnten Jahr nichts an seinem Sinn verloren hat. Über 3000 Klassik-, Pop- und überhaupt Musikfans staunten und bejubelten die 16 Solisten und Bands, die sich (meist) mehr oder (seltener) weniger gelungen an ihrer Interpretation berühmter internationaler Songs wagten. Den meisten Beifall für die wohl spektakulärste Darbietung gab es dabei für Derrick Ballard. Der amerikanische Opernsänger holte mit seinem drohenden Bass alles raus aus der „Arie des Mephisto“ von Charles Gounod und anschließend aus der Heavy-Metal-Schmonzette „Nothing Else Matters“ von Metallica.

Ähnlich viel Anklang fand der Tenor Stefan Heibach, der sich an „Nessun Dorma“ von Puccini und gleich danach an den Rock-Song „The Show Must Go On“ von der Band Queen wagte – alles schwierigste Gesangspartien, an denen viele Künstler schon gescheitert sind. Ballard und Heibach, beide früher Mitglieder des Oldenburgischen Staatstheaters, meisterten Höhen und Tiefen dagegen problemlos.

Und noch einer fand sich fehlerfrei zurecht im Hindernisparcours komplizierter Gesangspartituren: Calle Meinert. Der ehemalige Showstar der Gruppe 11 Männer und 1 Sakko kann zwar keine klassische Gesangsausbildung vorweisen, machte aber dennoch Meat Loafs „Bat Out Of Hell“ zu einem stimmungsreichen Erlebnis.

Meinert war dafür ein ebenso lauter wie warmer Applaus der Zuschauer gewiss. Und die ließen sich auch von den anderen Mitwirkenden begeistern. Seien es die kontrolliert schönen Liedvorträge von Melanie Lang und Lucia Olesova (Klassik), Emily Fröhling (Soul) oder Caren Miller (Rock), seien es die Technicolor-bunten Popträume von Irina Rudi, Björn Bruschke und Raphael Leskys oder auch die witzigen Einlagen der Wackeltenöre aus Wüsting, der Rockabilly der Wilhelmshavener Smashing Picadillys, die Chöre Sound & Joy und Oldenburger Shantychor und nicht zuletzt Mazze Schoon, der die neue, im Santiano-Stil arrangierte Oldenburger-Land-Hymne „Kinder des Nordens“ sang – sie alle durften sich der Unterstützung der Zuschauer sicher sein.

Zum Gelingen des Jubiläumsshow trugen zudem die Instrumentalisten bei. Allen voran die nimmermüden Mitgliedes des Staatsorchesters, doch auch die Solo-Auftritte der Geigerin Gabriella Paterson und des Hardrock-Gitarristen Dethy Borchardt machten die Inszenierung in der Weser-Ems-Halle zur sehr unterhaltsamen Angelegenheit. Das Versprechen „Im nächsten Jahr geht es weiter, dann mit der Mottoshow ,Next Generation‘“ reichte da schon aus für die ersten 100 Karten-Vorbestellungen.

Klaus Fricke

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