OLDENBURG - OLDENBURG - Werke vorwiegend für Bläser bot das 5. Kammerkonzert im Kleinen Haus. Ein Bläserquintett vom Orchester beim Staatstheater (Burkhard Wild/Flöten, Daisuke Nagaoka/Oboe, Berhard Kösling/Klarinette, Hubertus Grünewald/Horn, Hideki Kunai/Fagott), gab, fallweise zum Trio reduziert oder mit Streichern kombiniert, Mozart und Schulhoff, Auric, Arnold und Hindemith.

Mozart schrieb seine „Fantasie“, Adagio und Allegro (KV 594), „ein Stück für Orgelwerk für eine Uhr“, als Trauermusik. 1790 komponiert, redet das Werk die ernste Sprache von Mozarts späten Jahren. Überflüssiger Zierrat, neckische Eitelkeit, das ganze Tandaradei der Vergangenheit ist ruhiger Gefasstheit gewichen. Karge Kontrapunktik und trübe f-Moll-Färbung verantworten eine zwischen Ruhe und Düsternis oszillierende Stimmung, deren Intensität die gewählte Bearbeitung für Bläserquintett (wessen Bearbeitung eigentlich?) nichts anhaben konnte. Leicht, durchsichtig, klanglich ausgewogen und mit viel Gespür für Stimmung bewältigte das Ensemble die nicht undelikate Aufgabe, den Tonfall des Originals zu erhalten.

Dass auf einen späten Mozart ein früher Hindemith folgte, die „Kleine Kammermusik für Bläserquintett“, machte Sinn, denn Ordnung und Klarheit sind auch hier wesentliche Gestaltungsmerkmale. Zumal der leise Walzer des zweiten und der elegische Duktus des dritten Satzes verdeutlichen dies. Dabei wurden die Musiker einer Besonderheit des Werkes (alle fünf Instrumente sind gleichberechtigte Partner des musikalischen Dialoges) auch in den schnellen, heiteren Ecksätzen gerecht: Geschmeidiger Homogenität selbst im Herausarbeiten virtuoser Partien, gestalterischer Disziplin im harmonischen Miteinander bei zugleich spürbarer Spielfreude war dies zu danken.

„Spielfreude“ hätte schon der Teil vor der Pause betitelt sein dürfen. Erwin Schulhoffs „Concertino für Flöte, Bratsche und Kontrabass“ (das transparente Spiel der Streicher Jessica Syfuß, Bratsche, und Jochen Zillessen, Kontrabass, gefiel) geriet heiter und beschwingt. Locker und flockig formuliert, fügte es sich prächtig an George Aurics „Trio für Oboe, Klarinette und Fagott“ mit seinem Feuerwerk rhythmischer und klanglicher Ideen und an die kecken „Three Shanties for Wind Quintet“ von Malcolm Arnold. „What shall we do with a drunken sailor?“ fragt der erste Shanty. Na was wohl? Man erfährt es später: Ab in die Südsee, Tango tanzen!