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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Tasteninstrumente in den Hauptrollen

11.06.2019

Oldenburg Es gab für Johann Sebastian Bach (1685–1750) in seinen mittleren Jahren gute Gründe, Zeit im Café Zimmermann zu verbringen, erwiesene und weniger erwiesene. Das „Zimmermannsche Caffe-Hauß“ in Leipzig hatte einen Saal für 150 Zuhörer. Der Anlass, dort zu verkehren, war für Bach ein handfester: Er leitete dort das Collegium Musicum. Zweimal ist das Barockensemble des Staatsorchesters zu Pfingsten im Oldenburger Schloss angetreten. Dabei mag etwas vom Geist dieser Leipziger Konzerte durch den jeweils voll besetzten Saal geweht sein. Zwischen zehn und 20 Musiker bildeten das historische Collegium, 13 Streicher sind es in der Oldenburger Variante, dazu sogar vier Cembalisten. Wer sich richtig weit zurück träumen möchte, mag sich Bach am Cembalo inmitten seines Orchesters vorstellen.

Die vier Tasteninstrumente beanspruchen die Hauptrollen in drei Werken von Bach, dreimal mitreißend umrahmt von Kompositionen Antonio Vivaldis. Das Oldenburger Ensemble setzt die Streicherkonzerte A-Dur und g-Moll des Italieners ebenso unter Hochspannung wie sein Konzert h-Moll für vier Violinen und Orchester. Brillant greifen hier Konzertmeisterin Claudia Schmid-Heise, Birgit Rabbels, Balázs Maróti, Christiane Maróti und das Tutti ineinander.

Formelle Ordnung verbindet die seit acht Jahren bestehende Barock-Formation mit einem agilen und in schöner Balance schwingenden Musizieren. Es wird nicht so ruppig gespielt wie zu Urzeiten der Alte-Musik-Bewegung, dafür eleganter, farbenreicher und erfrischend knackig.

Bach hat Vivaldis Vier-Solisten-Konzert zu seiner Fassung für vier Cembali a-Moll BWV 1065 umgearbeitet. Das Tastenquartett geht mit Spielfreude ans Werk: Torsten Johann, einer der Gründer des Freiburger Barockorchesters und Leiter des Festivals „Klassik am Meer“ in Wilhelmshaven; Thomas Bönisch, Chordirektor am Staatstheater und Leiter des Barockensembles; Kapellmeister Felix Pätzold und Johannes von Hoff, der Kantor von St. Ansgari. Zudem vereinigen Solisten und Ensemble in Bachs Konzerten für drei Cembali d-Moll und C-Dur Esprit mit gravitätischem Ernst.

Vielleicht hatte Bach über seinen künstlerischen Dienst von 1729 bis 1739 hinaus weitere Anlässe gefunden, bei Zimmermann aufzuschlagen. Das Kaffeehaus war ja auch mit seinem Raucherkabinett attraktiv. Bachs Leben ist in privaten Teilen unglaublich unerforscht. Das facht die Fantasie ebenso an, wie es seine Musik tut. Immerhin gibt die manchmal Antworten.

Das Konzert wird am 7. September im Kleinen Haus des Staatstheaters wiederholt. Karten: 0441/2225 111

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