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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Vom reichen Geben und Nehmen über den Atlantik

22.05.2018

Oldenburg Drastisch hat Theodor Fontane mal die großen Klappen besonderer Landsleute beschrieben: „Vor Gott sind eigentlich alle Menschen Berliner”, notierte der Dichter. Die Variante in den USA würde lauten: „Vor Gott sind selbstverständlich alle Menschen Amerikaner“. Der aktuelle Präsident hat das in seiner Sprache abgefasst: „America first!“ Die Geschichte zeigt: In der Musik kämen die Amis nach diesem Leitfaden nicht weit. Wer im 3. Familienkonzert „Go West” im Großen Haus des Oldenburgischen Staatstheaters die Werke und Erläuterungen aufmerksam aufnimmt, erfährt schnell: Zwischen Amerika und Europa herrscht seit jeher ein gewinnbringendes Geben und Nehmen.

Antonin Dvorak, der zwei Jahre in den USA wirkte, liefert so ein Beispiel. Ideengeber und Dirigent Thomas Honickel zeigt in Ausschnitten aus der 9. Sinfonie e-Moll „Aus der Neuen Welt”, wie glücklich sich tschechische und amerikanische Elemente ineinander fügen. George Gershwin ging den Weg nach Europa. Aber dort wollte ihn niemand als Schüler annehmen. „Warum willst du ein zweiter Ravel werden, wenn du ein einzigartiger Gershwin bist?”, beschied ihm Maurice Ravel. Folglich komponierte der 30-Jährige seine Reiseimpressionen in seinem Stil: „Ein Amerikaner in Paris”.

Honickel, Erzähler Malte Ahrens, das Staatsorchester und Verstärkungen fisseln die hintergründigen Strukturen dieses vordergründigen Reißers auseinander. Die Väter im Großen Haus klatschen einen Rhythmus, die Mütter einen anderen, die Kinder legen einen dritten darüber, der Jugendchor „Klanghelden“ steuert gegen. Auch Akkorde entstehen im Eigenbau, bis hin zum Major-Akkord, wenn sich auf den Dur-Dreiklang eine große Terz legt. „Da ist jetzt wie Jazz“, nickt Honickel, „ein Ton stimmt da immer nicht...” Doch im letzten Familienkonzert der Saison, gewagte zwei Stunden lang, stimmt alles, bis zu den Filmmusiken: Etwa „1492“ von Vangelis (Erzähler Ahrens: „Dazu ist Boxer Henri Maske immer einmarschiert“), „Once Upon a Time in America” von Ennio Morricone oder „Forrest Gump” von Alan Silvestri. Melanie Lang und die „Klanghelden” zelebrieren mit überall geschwungenen Knicklichtern den „Earth Song” von Michael Jackson.

Das ist nur noch zu toppen von der gemeinsam gesungenen wahrhaftigen Oldenburger Hymne: „Town of hope and glory, Oldenburg mien’ Stadt! Land und Luft und Leute, das ist Leben pur!“ Richtig so. Oldenburg first!

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