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Aktualisiert vor 43 Minuten.

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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Vom Wispern zum Blubbern zum Knarren

13.06.2018

Oldenburg Es wispert und blubbert geheimnisvoll, dann ein lauter Ton, der durch Mark und Beine geht. Sind etwa Nashörner oder Elefanten im Oldenburger Schlosssaal? Nein: Hespos! Er gehört zur Gattung Mensch, Untergruppe Komponist.

Zu seinem 80. Geburtstag fand im gut besuchten Saal ein von „oh-ton“ in Kooperation mit „Musik 21“ veranstaltetes Jubiläumskonzert zu Ehren von Hans-Joachim Hespos statt. Nach der beeindruckenden Darbietung durch Paul Hübner auf dem Euphonium gab es ein ganz neues Musikinstrument zu entdecken: das Lupophon.

Dieser erst vor 10 Jahren entwickelte „Wolfsklinger“, eine Art Bassoboe, wurde von Martin Bliggenstorfer mit wundervollem lyrischem Klang vorgestellt. Hespos Komposition „wjelk“ ist dem Wolf gewidmet. Diese Art von Mehrdeutigkeit ist kennzeichnend für seine Art, kompositorisch zu denken. Einerseits ist Wolf der Name des Instrumentenbauers, zum anderen der Wolf ein Archetypus für bestimmte Seeleneigenschaften. Diese „Anima naturalis“ wird immer wieder in seinen Werken charakterisiert. Instrument und Interpret werden zum Werkzeug, archaische Ausdrucksweisen in die Gegenwart zu transportieren.

Dabei ist das Ausgesprochene durchaus nicht immer angenehm und das Unausgesprochene oft geheimnisvoll. Dies war bei den „ gespiegelten Liedern“, dargeboten vom Ensemble L’art pour l’art, eindrucksvoll zu erleben. Matthias Kaul zauberte flimmernde Tonrepetitionen auf dem Cymbalom und in Kombination mit Harfe und Flügel entstanden Zwischenräume für den nicht gesprochenen Text, bis hin zu geräuschhaft gestalteter und spannungsvoller Stille.

Um zu inspirieren hat Hespos Spielanweisungen für seine Partituren erfunden: „Am Rande vom Ton, ohrenbetäubende Verblendung, oszillierend geschubbert, verzittert, verknarrt, geknorrt“, lebhaft in einer eigenen Choreografie vorgetragen von Arno Schostok. Das hervorragend besetzte zwölfköpfige oh-ton-Ensemble spielte hochkonzentriert drei weitere Werke des Jubilars und die energiegeladenen „9 weißen Bilder“ von Gordon Kampe. „Wir sind immer in Bewegung, alles erneuert sich, nichts ist gleich.“

Der Jubilar kann auf ein bewegtes Leben zurückblicken, in welchem er schon in den letzten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts Zielfigur der damaligen Avantgarde war. Er hat hoffentlich noch einige Jahre vor sich, in denen er weiter so Kreatives und Innovatives bewegen kann.

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