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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Wunderbare Häppchen ohne belastende Kalorien

03.09.2018

Oldenburg Bevor die dicken Stullen serviert werden, reicht das Staatstheater erst mal die Häppchen. 18 Kanapees sind belegt, wenn Generalintendant Christian Firmbach „Vorhang auf“ anordnet. Zweimal am vergangenen Wochenende genießen die Oldenburger im ausverkauften Großen Haus Fingerfood ohne belastende Kalorien.

Verpflichtend üppig wird es dann aber im Tagesgeschäft für ein Haus, das zuletzt mit 243 000 Besuchern das beste Ergebnis der Oldenburger Theatergeschichte erzielt hat. Acht Premieren und fünf Wiederaufnahmen führt das Musiktheater ins Feld. Zehn Stücke inszeniert das Schauspiel neu, sieben übernimmt es. Vier Ballett-Produktionen erarbeitet das auf 14 Aktive angewachsene Tanztheater. Dazu kommen die Angebote beim Jungen Staatstheater, der Niederdeutschen Bühne und der Sparte 7.

Im Einsatz sind bei dem zweieinhalbstündigen Werbeblock vorwiegend die Musiker. Generalmusikdirektor Hendrik Vestmann und Kapellmeister Carlos Vázquez leiten das Staatsorchester und den Opernchor. Ann-Beth Solvang, Sooyeon Lee, Melanie Lang, Alexandra Scherrmann, Hagar Sharvit, Jason Kim, Kihun Yoon, Joao Fernandes, Zoltán Nyáry und Ill-Hoon Choung werden in Arien von Mozart, Verdi, Rossini, Berlioz, Wagner, Johann Strauß Sohn, Donizetti, Saint-Saens und Offenbach gefeiert.

Rebecca Seidel, Thomas Birklein, Fabian Felix Dott, Hildburg Schreyer und Dieter-Fritz Arning schieben Versatzstücke aus der Schauspielsparte herein. Eleonora Fabrizi und Lester Alvarez verkörpern das hohe Renommee, das sich die Ballett-Compagnie erworben hat.

Firmbach kann es sich leisten, seine Moderation sozusagen mit einem ständigen Trommelwirbel zu umrahmen. „Sie sitzen hier vielleicht im sichersten Theater Deutschlands“ klärt er sein Publikum zu den neuesten Brandschutz-Umbauten auf. „Es ist auch das schönste Theater”, fügt er an und lächelt etwas undurchsichtig. Und überhaupt: „Das ist hier eine Stadt, wegen der alle Neuen hierher gekommen sind.“

Bei aller Eloquenz hat der Intendant natürlich Stil. Also verschweigt er, dass er selbst eine wahre Spürnase hat, Soprane, Mezzos, Alte, Tenöre, Baritone und Bässe am Anfang möglicherweise großer Karrieren aufzustöbern – und dazu ein griffiges Händchen, sie auch in den Nordwesten zu lotsen. Jason Kim ist so einer, bewährt hier schon als Don José in Carmen, „wirklich eine Allzweckwaffe“.

Zoltán Nyári ist ein Sänger, der Wagner-Hasser glatt zu Wagner-Anhängern umpolen kann. Und dann? Da umgarnt er glatt alle noch mit dem Gondellied aus einer „Nacht in Venedig“. Wagner und Operette? „Der Mann hat in Ungarn 400 Operetten-Figuren verkörpert, ehe er die Weiche zum Heldentenor umgelegt hat”, berichtet Firmbach.

Also nun die wunderbare Stadt Oldenburg statt Budapest oder statt Dresden, Los Angeles oder einfach statt Plauen im Vogtland. Theater ist eben eine weit schweifende Künstler-Wanderung und eine große Illusion. Und in aufgeregten Zeiten mit Gelassenheit, Humor, Hingabe und starker Haltung in eine neue Saison zu gehen, verheißt viel.

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