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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Zeitreise mit Ostermarsch und Jazzmusik

01.02.2019

Oldenburg „Liebe, Jazz und Übermut“ lautet der Titel einer rührseligen Klamotte des Wirtschaftswunderkinos. Darin rettet der damals unvermeidliche Peter Alexander als lustiger Musikant ein Waisenhaus vor der Schließung und zeigt, wie wichtig es sein kann, wenn man sich mit einflussreichen Leuten umgibt. Die Geschichte hatte wenig mit der Realität zu tun, aber die Musik rettete hier Leben – oder zumindest das Seelenheil des Publikums.

„Lenin, Jazz und Leberwurst“ klingt ähnlich, ansonsten ist die Lebensgeschichte von Eva Kurowski inhaltlich vom anderen Plot so weit entfernt wie die Erde vom Mond. Die 53-jährige Autorin, Sängerin und Schauspielerin hat ihre Erlebnisse als Tochter eines alleinerziehenden Vaters, der als Jazztrompeter im Ruhrgebiet der 70er Jahre für den Broterwerb und die Erziehung zuständig war, launig-melancholisch in ihrem Buch „Gott schmiert keine Stullen“ aufgeschrieben. Die Konfrontation mit den gesellschaftspolitischen Ereignissen der alten Bundesrepublik geschieht unmittelbar. Zwischen Aufrüstungswahn und Terrorhysterie wurde die kleine, Arbeiterlieder krähende Eva vom Vater bei den Ostermärschen mitgeschlurt und gleichzeitig sozialisiert.

Wenn Oberhausen in ihrer Erinnerung der Mikrokosmos ist, dann war das Ruhrgebiet das Universum. Hier erfährt man, dass der Vater als umtriebiger Kultur-Impressario auf einer Demo den jungen, Akkordeon spielenden Helge Schneider aufgabelte und sich daraus eine lebenslange Freundschaft entwickelte.

Jahre später sang Tochter Eva in Schneiders erstem Kurzfilm die Titelmusik und spielte eine Hauptrolle. Dadurch lernte sie Filmemacher Christoph Schlingensief kennen und gestaltete in seinem Mülheimer „Filmclub 69“ das Vorprogramm. Vieles davon erscheint schon nicht mehr wahr. Der Regisseur und der Vater sind längst gestorben, aber das Buch hält die Erinnerung aufrecht.

Der Zukunft zugewandt ist das Projekt, das Eva Kurowski am Mittwoch, 6. Februar, ab 19.30 Uhr im Oldenburger Musik- und Literaturhaus Wilhelm13 (Leo-Trepp-Straße 13) gemeinsam mit dem A’dam Quartet auf die Bühne bringt. Ihre Freunde und exzellenten Mitmusiker Dirk Balthaus (Piano), Jörn Anders (Trompete), Sven Schuster (Bass) und Joost Kesselaar (Schlagzeug) sind als Einzelkönner wie als Band abendfüllend. Gemeinsam haben sie jüngst das auf Vinyl produzierte Album „When lights are low“ veröffentlicht. Cool und mit lässigem Swing präsentiert das Quartett plus Sängerin zu dieser Lesung eine Auswahl amerikanischer Standards in der Tradition der Clubmusik der 60er Jahre.

Fünf Stücken gibt Eva Kurowski ihre ganz eigene Färbung, im Wilhelm13 liest sie zudem aus ihrem Buch und stellt unveröffentlichte Geschichten vor. Und am Ende wird sich zeigen, dass die Liebe im Gegensatz zu Lenin ewig leben wird.

Karten unter Telefon 0441/ 235 3014 oder literaturbuero@stadt-oldenburg.de

Oliver Schulz Redakteur / Kulturredaktion
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