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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Herkules zwischen zwei Frauen

10.09.2018

Oldenburg Eine verführerische Musik, voller Dramatik und Virtuosität, gewürzt mit einer Prise Humor war bei der deutschen Erstaufführung der wiederentdeckten Barockoper „La Iole“ des neapolitanischen Komponisten Nicola Porpora am Samstag im Großen Haus des Oldenburgischen Staatstheaters zu hören. Im Rahmen des Musikfestes Bremen gastierte das Kammerensemble „Concerto de’ Cavalieri“, 13 Instrumentalisten und drei Gesangssolisten, unter der präzisen Leitung von Marcello Di Lisa mit einer mitreißenden konzertanten Aufführung.

Großartige Arien

Komponist Nicola Porpora, der als Erfinder der Aria di bravura gilt, schildert in zahlreichen Rezitativen und großartigen Arien die problematische Dreiecksbeziehung zwischen Herkules, seiner Gattin Deianira und der Prinzessin Iole.

Bassist Renato Dolcini sang mit großer Stilsicherheit und galanter Virtuosität von seinen heldenhaften Taten, vom Liebeswerben und am Ende die Götter wehmütig um die Aufnahme seines Leichnams in die Unterwelt bittend. Er konnte die unterschiedlichen Facetten seiner Partie und deren Entwicklungsweg beeindruckend schildern.

Dabei verwendete die Musik mitunter tonmalerische Elemente: bewegte Koloraturen bei der Schilderung des Kampfes mit dem Drachen, Tremoli der Streicher beim Gebell des Höllenhundes Zerberus sowie zarte Harmoniefolgen und lyrische Melismen bei der wehmutsvollen Bitte.

Die Sopranistin Francesca Aspromonte verkörperte die Rolle der gefangenen, aber stolzen Prinzessin mit Bravour. Durch zahlreiche Verzierungen und Ausdrucksschattierungen gestaltete sie ihre Partie mit ihrer glockenreinen Stimme beeindruckend und kurzweilig, was sie auch im gestenreichen mimischen Spiel ausdrückte, das im herzzerreißenden Liebesduett gipfelte.

Genaue Abstimmung

Mezzosopranistin Teresa Iervolino sang die verschmähte Gattin mit Verzweiflung und Wut, aber auch sehnsuchtsvoll in den Rückblicken. Ihre in der Intonation etwas unsichere Stimme verband sich nicht immer mit den filigran phrasierenden Streichern.

In den beiden die Ambivalenz des Geschehens zusammenfassenden Terzetten überzeugten die drei Solisten in der genauen Abstimmung mit dem hervorragend spielenden Kammerensemble.

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