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Neue Musik Fehlender Applaus verdichtet Konzert-Atmosphäre

Till Knipper

OLDENBURG - Das Licht geht an, die Musiker sind schon auf der Bühne und sofort geht es los. Am Dienstagabend versuchte sich das oh ton-ensemble an einem neuen Konzept. Ein Potpourri eher kurzer Stücke, lose verknüpft durch die Lichtregie, erklang in einem Fluss. Der sonst übliche Applaus entfiel daher zwischen den Stücken und es entwickelte sich eine konzentrierte Atmosphäre.

In der ersten, etwas heterogen programmierten Konzerthälfte stach das von Thomas Hell kontrastreich gespielte „piano-piece #4“ (Frederic Rzewski) hervor.

Rasendes Tempo

Vielfältig harmonische Strukturen wurden durch ein insistierendes Pulsieren zusammengehalten. Selbst klischeehafte Kadenzformeln entgingen aufgrund des rasenden Tempos und den ständigen Registerwechseln der Gefahr von Banalität. Fast nackt und „primitiv“ wirkten dagegen die Konzeptstücke von Caspar J. Walter und Carola Bauckholt. Peter Eötvös Trio „Psy“ wollte eine romantische Aura evozieren, doch wirkte die zentrale Marimba – eine Art Xylophon – in der zudem trockenen Akustik der Exerzierhalle doch zu knöchern.

Kraftvoll und zerbrechlich

Nach der Pause ging es homogener weiter mit „Cendres“ der Finnin Kaija Saariaho. Betonen andere das märchenhaft Phantasievolle in dieser Musik, arbeitete das oh ton-ensemble den Wechsel zwischen den Polen individualistischer, verselbstständigter Instrumentalpartien und gemeinsamer Treffpunkte heraus. „Clash Music“ (Nicolaus A. Huber, als Duo) überzeugte durch vielfältige, musikalische Ideen, die mit einfachen Mitteln umgesetzt wurden. Gerade im Kontrast wirkten die schwebenden und flirrenden Gesten des Stücks „da“ von Ensemble-Leiter Eckart Beinke zart und zerbrechlich. Kraftvoll und überzeugend waren auch die sieben Variationen von Juliane Kleins „Konzertstück I“. Anstelle eines thematisch strengen, roten Fadens bot das Konzert vielfältige Einblicke in die Klangwelt der mittleren Komponistengeneration.

Konzentrierte Zuhörer

Ist die Vermeidung von Applaus ein Konzept, das weiterverfolgt werden sollte? Ja! Günstig war, dass die Gefahr der Überforderung schon im Vorfeld durch eine kontrastreiche Abfolge kurzer Stücke gebannt wurde. Ohne Umbaupausen wirkte der Konzertablauf kurzweiliger und das Publikum hörte konzentriert zu – trotz schwüler Hitze.

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