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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Neue Musik: Märchen-Zuhörer von 5 bis 95 gesucht

20.11.2020

Oldenburg Mit Siebzehn hat man noch Träume. Unbedingt! Aber mit 67? Na klar, eine ausgemachte Sache – jedenfalls für Violeta Dinescu. Die Oldenburger Komponistin schafft es generell, große und kleine musikalische Bauten mit fester Struktur zu errichten und trotzdem die Logik außer Kraft zu setzen.

Da enden Träume und Unerklärliches nicht einmal bei 67. Inmitten vieler aktueller „gewichtiger“ Werke hat sie gerade „Märchen für Kinder von 5 bis 95“ in Musik gesetzt. 64 Minuten füllen eine CD voller Herausforderungen an Kreativität und Vorstellungskraft.

„Man muss das Kind, das man mal war, in seiner Seele aufbewahren“, sagt sie, „und dabei die Kinder der heutigen Zeit wahrnehmen.“ Das ergebe ein tolles gegenseitiges Verstehen. Dinescu, seit 1996 Professorin für Angewandte Komposition an der Carl von Ossietzky Universität, greift dazu nie zu einer pädagogisch vereinfachenden Musiksprache.

Illustrative Momente

In vier Märchen nach den Brüdern Grimm mit dem Erzähler Thomas Niese und der umfangreichen Geschichte von „Fips der Affe“ von Wilhelm Busch taucht die Musik über illustrative Momente tief in Emotionen ein. Man höre nur, wenn beim Ableben des fintenreichen Streiche-Täters Fips gerade die Musik (Klavier Sorin Petrescu, Schlagzeug Doru Roman) über die Schadenfreude der Geprellten hinaus fast ergreifend trauert.

Musik für und mit Kindern wurde in ihrem Geburtsland Rumänien im Studium ziel- gerichtet gefördert. 1982 kam Dinescu nach Deutschland. 1986 erlebte ihre Kinderoper „Der 35. Mai oder Konrad reitet in die Südsee“ nach Erich Kästner als Auftragswerk des Nationaltheaters Mannheim die Uraufführung. Konrads zauberhafte Reise mit dem Pferd Negro Kaballo und Onkel Ringelhut wurde inzwischen an neun Häusern zwischen Freiburg, Hamburg und Ettelbrück/Luxemburg inszeniert.

Warnung ignoriert

Irgendwann warnte eine befreundete holländische Komponistin: „Wenn du viel für Kinder schreibst, wirst du schnell als Kinderkomponistin diagnostiziert und nie wieder anders wahrgenommen!“ Das hat die Oldenburgerin reflektiert, aber es hat sie nie abgehalten. Der Traum besitzt in Kunst und Wissenschaft hohe Bedeutung. „Er verschiebt Perspektiven“, führt die Komponistin an. So mischt sich auch in ihr Gesamtwerk zwischen strenge Konstruktion, Klangsinnlichkeit, weit führende Melodieschwünge oder rüttelnde Rhythmik fantastisch die Sphäre des Märchenhaften.

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