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Aktualisiert vor 8 Minuten.

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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Lohnender Besuch im musikalischen Kaufhaus

02.01.2019

Oldenburg Ordnung sei das halbe Leben. Eltern haben immer versucht, Kindern nach dieser Regel Orientierung zu geben. Hat selten geholfen. Dabei stützen Systeme vieles, selbst den unordentlichen Sport Fußball mit 4-3-3 oder 5-1-3-1. Sogar im Silvester- und Neujahrskonzert des Staatstheaters verbirgt sich eine Ordnungsreihe: 6-1-9-4. Und die Hörer im dreimal ausverkauften Großen Haus haben gestaunt. Das musikalische Kaufhaus zeigt sich im stilistischen Durcheinander übersichtlich sortiert und tätigt in gut zwei Stunden einen Umsatz von 20 Nummern vor Zugaben. So etwas kommt gut an.

6-1-9-4? Ganz einfach: Sechs konzertante Werke, ein Opern-Ausschnitt, neun Süßigkeiten aus Operetten oder Musicals, vier Beiträge aus dem Genre Vermischtes. Das Kunststück: Der Ablauf folgt zwischen Dmitri Schostakowitsch, Emmerich Kálmán, Johann Strauss, Georg Friedrich Händel, Carlos Gardel, Stanislao Gastoldon und anderen einem nie abbrechenden Spannungsbogen. Der moderierende Generalintendant Christian Firmbach weiß, auf wen er sich beim Verkauf verlassen kann: Auf den inspirierenden und bei aller Lockerheit hochkonzentrierten Kapellmeister Vito Cristofaro. Auf das Staatsorchester, das „Wiener Blut“ pulsieren lässt, bei dem der „Zigan” süffig-süß aufspielt, das sich spielfreudig virtuos etwa in den Galopp von Dmitri Kabalewski stürzt.

Und es sind natürlich die bezaubernde Martha Eason (Sopran), die in Kostümen und Stimme virtuose Melanie Lang (Mezzo), der als Heldentenor verpflichtete, aber immer noch Operette lebende Zoltán Nyáry und der mit fein dosiertem Stimmvolumen prunkende Kihun Yoon (Bariton). Sie kommen ausdrucksstark herüber. Da lassen sie hinter der in Noten gegossenen guten Laune gar nicht spüren, dass in leichter Muse vokale Ackerei steckt. Auch die Zuhörer müssen ran, noch ehe sie das alte Jahr mit Standing Ovations verabschieden und das neue ebenso begrüßen. „Sailor’s Hornpipe” von Sir Henry Wood fordert von ihnen immer schneller wippende Knie – doch am Ende braust das Orchester im ICE-Tempo uneinholbar davon.

Auch die Welt könnte mehr Ordnung vertragen. Schostakowitschs Festive Ouvertüre op. 96 fordert mit Fanfaren und ihrem Vorwärtsdrang dazu auf, frisch ans Werk zu gehen. Doch Vorsicht. Sie stammt aus Zeiten, als die Welt nach dem 1-1-System sortiert war – hier die Guten, dort die Bösen. Doch so einfach war das nicht. Der Komponist war 1954 in seiner Existenz bedroht und musste sich mit einem patriotischen Werk rehabilitieren. Die Welt war eben immer schon kompliziert. Auch Operette war mal bittere Zeitkritik. Ein wenig Mut macht da Richard Rodgers: „You’ll never walk alone!”

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