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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Irgendwie daneben und doch voll drin

07.01.2019

Oldenburg Treffen sich zwei Herren, die sich nicht grün sind. Sagt der eine bissig „Sie sind ein Parvenu!“ Lacht der andere höhnisch: „Von Fremdworten hatten Sie noch nie Ahnung. Der Affe, den Sie meinen, der heißt Parmesan!“ Diese Verballhornung führen die drei Herren vom BosArt Trio zwar nicht im Angebot. Doch die trefflichen Fehlschüsse beschreiben sehr schön ihre boshafte Arbeitsmethode: Irgendwie daneben ist bei ihnen immer noch voll drin.

Also kommen Wolfgang Schäfer, Hans Hachmann und Reinhard Buhrow beim Neujahrskonzert der Musikfreunde (VMO) im Oldenburger Großen Haus ohne Umschweife von Kunsthonig über Kunstdünger zum Kunstlied. Seit 35 Jahren erfreuen sich Musikfreunde mit Sinn für Hintersinn an solchen Zickzackfahrten. Luciano Paparazzi und Placebo Domingo sind dabei. Oder Johann Friedrich Karl Heinrich Ignaz Georg Philipp Ernst Emanuel Ferdinand Fasch (oder so ähnlich).

35 Jahre? Klar, das verlangt nach einer Jubiläumsrede. Die hält Hans Hachmann: „Wir blicken zurück in die Vergangenheit, wissen die Gegenwart zu würdigen und haben die Zukunft im Blick. Ich danke Ihnen.“

Ganz so rasant preschen die drei, die im Namen das legendäre Beaux-Arts-Klaviertrio auf die Schippe nehmen, nicht durch zwei Stunden Programm namens „Unerhörte Meisterwerke“. Sie bieten klassisches Musikkabarett.

Pianist Buhrow, immerhin mit dem Prix „Pas de Problème“ausgezeichnet, Sänger Schäfer und Erklärer und Mitsänger Hachmann wahren die wohltuende Seriosität auch dann, wenn Figuren wie Canelloni, Zucchini oder Tortellini in Hachmanns neuer Oper „I Confetti“ nur mit zähem Kleister zusammenpappen. Doch stets bleiben die BosArts wohltuend souverän. Nie übertönen sie ihre feinen Musik- und Wortspielereien plump mit Böllerschüssen oder Knallfrosch-Würfen. So ist auch die Parodie zur alten Zeit der Schellack-Platte mit 78 Umdrehungen über Verdis „Brindisi“-Arie einfach zu schön.

Eigentlich setzt die Rundfahrt durch Musikstile und Gesangstexte bei den Hörern musikalisches Hintergrundwissen voraus. Wer das nicht hat, den lassen die BosArts das gar nicht erst spüren. Etwa bei der rätselhaften Zahlensymbolik in Bachs Werk. Da legen sie alles offen. 1447 Noten enthält im Schnitt jedes der 1080 verzeichneten Werke. Da entdecken sie, ganz einfach, eine prächtige Gedächtnisstütze für den Komponisten: „Eins-vier-vier-sieben – das war seine Geheimnummer bei der Leipziger Sparkasse.“ Gesundes Halbwissen ist einfach besser als langwierige Forschungsarbeit.

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