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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Plietsche Jungs jagen einen Dieb

05.12.2017

Oldenburg Emil Tischbein is bannig inne Schiet. Er hat ein großes Problem: Auf der Zugfahrt nach Hamburg ist er bestohlen worden. Von einem Herrn namens Grundeis, der ihm zunächst freundlich ein Stück Schokolade angeboten hatte. Dann ist Emil eingeschlafen, und nun sind die 140 Mark weg, die für seine Großmutter bestimmt waren. Dabei hat ihn seine Mutter doch so oft ermahnt, gut auf das Geld aufzupassen, das sie mühsam gespart hat.

In Hamburg versucht Emil, dem Gauner Grundeis auf den Fersen zu bleiben. Aber das ist gar nicht so einfach für einen Jungen aus der Kleinstadt Neustadt am Rübenberge, der sich in der Großstadt gar nicht auskennt, und wo auch noch eine andere Sprache, nämlich Plattdeutsch, gesprochen wird.

Gero Vierhuff hat den Kinderbuchklassiker „Emil und die Detektive“ von Erich Kästner für die Bühne bearbeitet und auch Regie geführt in der hoch- und niederdeutschen Inszenierung, die am Sonntag im Spielraum des Oldenburgischen Staatstheaters Premiere feierte. Die Schauspieler An­drea zum Felde, Jochen Klüßendorf und Johannes Nehlsen schlüpfen mit großer Spielfreude in eine Vielzahl von Rollen.

Damit dabei kein Zuschauer den Überblick verliert, gibt’s zu Beginn der gut 80-minütigen Aufführung (ohne Pause) erst einmal eine Einführung, wer welche Rolle spielt. Das ist kindgerecht und auch hilfreich für Erwachsene.

Am Bahnhof in Hamburg-Altona warten Emils Großmutter und Pony Hütchen, seine Kusine, vergebens auf den Jungen. Der hat derweil Gustav mit der Hupe (mit de Tut) kennengelernt. Eine Verbrecherjagd ist ganz nach dessen Geschmack (oh haua haua ha). Auf die Schnelle mobilisiert er seine Freunde, allen voran den Professor. Und auch das Publikum muss mit ran. Parole Emil! Der kleine Dienstag wird zum Telefondienst verdonnert, denn eine gut funktionierende Telefonkette ist das A und O bei einer Verbrecherjagd zu einer Zeit, als es noch keine Handys gab. Für Kinder von heute kaum vorstellbar.

Die Inszenierung kommt ohne multimedialen Einsatz aus, alles ist handgemacht, die Schauspieler sind in Höchstform und in jeder Kurvenlage so schön synchron. Schnell ziehen sie die Kinder in den Bann, der Spannungsbogen wird gehalten bis zum guten Schluss. Denn Emil und seine Freunde sind plietsch (schlau), und das muss belohnt werden. Das Premierenpublikum tut es mit langanhaltendem Beifall.

Lore Timme-Hänsel
Redakteurin
Kulturredaktion
Tel:
0441 9988 2065

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Oldenburgisches Staatstheater | Nehlsen

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