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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Olb-Festival: Lebensgefühl von „Babylon Berlin“ auf der Bühne

07.09.2019

Oldenburg „Zu Asche, zu Staub“, das markante Titellied der erfolgreichen Fernsehserie „Babylon Berlin“, ist längst zum Ohrwurm geworden. Das liegt sicher an der charismatischen Sängerin und Schauspielerin Severija Janusauskaite, die in der Konzertszene im Ballhaus einen unvergesslichen Auftritt hat. Zum anderen ist die Musik so eindringlich, dass man sich ihr kaum entziehen kann. Das dachten sich auch die Komponisten Nikko Weidemann und Mario Kamien, und brachten 2018 das „Moka Efti Orchestra“ erstmals auf die Konzertbühne – an diesem Sonntag tritt die Bigband als Höhepunkt des „OLB-Festivals“ ab 19.15 Uhr im Alten Stadthafen in Oldenburg auf.

Tom Tykwers Erwartungshaltung war nicht gerade gering, erzählte Weidemann unserer Zeitung über die Entstehung des Soundtracks, als der bekannte Regisseur („Lola rennt“, „The International“, „Cloud Atlas“) im Jahr 2016 beim Berliner Musiker und Komponisten anfragte, ob er Lust habe, die Musik zur geplanten Kriminalserie nach den Romanen von Volker Kutscher zu schreiben.

Dass Tykwer den Sound nicht als Beifang behandelte, gefiel Weidemann von Anfang an. Vielmehr war die Musik Teil des üppigen Film-Projektes, bei dem mehr oder weniger alle Gewerke gleichberechtigt agierten, und Ideen gemeinsam entwickelt und umgesetzt wurden. „Wir trafen uns immer alle zwei Wochen donnerstags im großen Kreis zum Jourfix. Alle waren dabei: Schauspieler, Autoren, Kamera, Ton, Licht. Wir redeten über Kunst, Kultur und Politik aus der Weimarer Zeit, hörten viel Musik, schauten Filme aus den 20er Jahren, um das Lebensgefühl einzusaugen: M – Eine Stadt sucht den Mörder, Metropolis, Menschen am Sonntag“, erzählt Weidemann. Tykwer setzte in seinem Stab auf die Suggestivkraft, um die Arbeit zu beeinflussen – was gelungen ist: „Man ruft in den Tunnel. Heraus kommt das Neue. “

„Erfinden, was wäre“, hatte Tom Tykwer als Maxime ausgegeben. Komponist Weidemann sah sich mit der Herausforderung konfrontiert, einen Hit schreiben zu müssen. „Das Drehbuch sah diese Szene im Saal des ,Moka Efti’ vor: Alle Anwesenden kennen das Stück, alle singen mit, es gibt ein Tanzritual – quasi ,Relax‘ von Frankie Goes To Hollywood in den Zwanzigern“, schlägt der 1961 bei Köln geborene Sänger, Pianist und Gitarrist, der in Berlin, London und New York mit den Einstürzenden Neubauten, Nena, Rio Reiser und Rufus Wainwright zusammenarbeitete, eine musikalische Brücke in die Moderne.

Es hat sich gelohnt: Für die Musik zu „Babylon Berlin“ erhielten er und Mitstreiter Kamien 2018 den Grimme-Preis. Daraus ist das erfolgreiche „Moka Efti Orchestra“ entstanden und auf Zeitreise geschickt worden. „Der Zug fährt, wir setzen uns auf die Lok“, sagt Weidemann. Nächster Halt: Oldenburg, Alter Stadthafen.


     www.olb.de/festival 
Oliver Schulz Leitender Redakteur / Redaktion Kultur/Medien
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