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NWZonline.de Nachrichten Kultur

25 Jahre Festival des edlen Spotts

17.10.2019

Oldenburg Kulturschaffende sollten einfach öfter mal miteinander sprechen (und nicht übereinander), dann kommt auch etwas Schönes dabei heraus. Zum Beispiel ein Festival, das ebenso langlebig wie erfolgreich ist. Die Oldenburger Kabarett-Tage stehen beispielhaft für diese Kraft der Kommunikation, sie feiern vom 16. Januar bis zum 27. Februar 2020 ihr silbernes Jubiläum.

Alle Termine des Jubiläumsprogramms

Programm im Überblick:

16. Januar: Moritz Neumeier, „Lustig“, Unikum, 20 Uhr. 18. Januar: Anna Mateur & The Beuys, „Protokoll einer Disko“, Kulturetage, 20 Uhr 19. Januar: Erwin Grosche, „Wie aus heiterem Himmel“, Unikum, 20 Uhr 24. Januar: Christoph Sieber, „Mensch bleiben“, Kulturetage, 20 Uhr 7. Februar: Andreas Rebers, „Ich helfe gern“, Kulturetage, 20 Uhr 14. Februar: Arnulf Rating, „Tornado“, Kulturetage, 20 Uhr 18. Februar: Sarah Bosetti, „Ich habe nichts gegen Frauen, du Schlampe!“, Unikum, 20 Uhr 21. Februar: Reiner Kröhnert, „Gewittercloud für Sitzenbleiber“, Unikum, 20 Uhr 22. Februar: Jochen Malms­heimer, „Ermpftschnuggn trødå! – hinterm Staunen kauert die Frappanz“, Kulturetage, 20 Uhr 26. Februar: Jan-Peter Petersen, „Leben zwischen Fisch und Kopf“, Unikum, 20 Uhr

Das ideengebende Gespräch unter Oldenburger Veranstaltern fand 1994 ganz weit entfernt statt, am Rande der Branchenmesse „Kulturbörse Freiburg“. Uwe Schwettmann (Kulturbüro Nord), Honne Dohrmann (Kulturetage) und Gerd Ritzmann (Unikum/Universität Oldenburg) redeten darüber, dass jeder für sich und absprachelos Kabarett-Abende ausrichte, was dieser Kunstform nicht gerade gerecht werde. Und weil es an der Hunte schon erfolgreiche Straßenmusik-Tage, Pantomime-Tage und Performance-Tage gegeben hatte, wollten die drei es nun mit Tagen des hohen Humors versuchen.

Der Versuch verlief glorios! Schon bei der Premiere, am 24. Januar 1995, vermeldeten die Veranstalter ein „Ausverkauft“ beim Auftritt des Hamburger Duos „Alma Hoppe“, und am Ende der 1. Oldenburger Kabarett-Tage – Titel „Das Irr(n)ationale“ – war klar: Wir machen weiter.

„Wir“, das waren damals neben den Leuten von Uni und Kulturetage auch Heinz Pietruschka und das städtische Kulturamt. Ihnen allen war das neue Festival kaum Wagnis, eher logisch für einen Hochschulstandort: „Satire und Kabarett sind doch Teil der studentischen Kultur“, findet Schwettmann. „Damals jedenfalls.“

Und auch wenn sich der Schwerpunkt dieses Kunststils im Laufe der Jahre vom politischen Kabarett zur juxhaften Comedy verlagert hat, ist der ernsthafte Witz, der edle Spott erfolgreich geblieben: Knapp 50 000 Besucher werden am Ende der Jubiläumstage den zahllosen Kabarettisten und nicht ganz so vielen Kabarettistinnen zugelacht haben, die Auslastung der Spielstätten Kulturetage und Unikum am Uhlhornsweg liegt im Schnitt bei 90 Prozent. „Über solche Zahlen kann man schon stolz sein“, meint Schwettmann, der inzwischen mit Jürgen Boese vom Studentenwerk Oldenburg das Festival organisiert.

Im Verlauf der demnächst 25 Jahre haben die Kabarett-Tage nicht nur gute Statistiken erzeugt, sondern auch große Künstler nach Oldenburg gebracht (was vermutlich miteinander zu tun hat). Georg Schramm schimpfte einst im hoffnungslos überfüllten Unikum, „TV-Kommissar“ Uwe Stemmle mischte mit, ebenso und später immer wieder Horst Schroth. Weitere Kabarettsterne: Otto Sander, Matthias Beltz, Queen Bee und viele mehr. Deftigster Reinfall bis jetzt: Das Duo Peter Sodann (Schauspieler) und Norbert Blüm (Politiker) fiel glatt durch.

Bei solcher Ahnentafel darf das Programm der Jubiläumsausgabe im Januar/Februar 2020 natürlich nicht kleckern, es klotzt vielmehr in Zeiten, da sich Kabarett vor allem übers Fernsehen („heute-Show“, „extra3“, Böhmermann usw.) definiert, mit bekannten Namen.

Unter dem Motto „Fünf vor Zwölf“ gibt es zehn Veranstaltungen, mit dabei sind unter anderen Jochen Malmsheimer, Reiner Kröhnert, Anna Mateur und Sarah Bosetti. Als Verbeugung vor den Anfängen tritt zum Schluss Jan-Peter Petersen auf, im Jahr 1995 noch eine Hälfte des Duos „Alma Hoppe“, das die Kabarett-Tage einst eröffnet hatte. Dank der guten Gespräche zuvor.

Klaus Fricke
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