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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Zwischen Flüchtlingsheim und dem unbekannten Leben

09.11.2017

Oldenburg Seit 1977 vergibt die Stadt Oldenburg einen Preis für herausragende literarische und künstlerische Leistungen auf dem Gebiet der Kinder- und Jugendliteratur. Der wird stets im Rahmen der Oldenburger Kinder- und Jugendbuchmesse (Kibum) verliehen, ist mit 8000 Euro dotiert und gilt in Deutschland als einzigartig. Die Auszeichnung erhielt nun während einer Festveranstaltung im Alten Rathaus in Oldenburg die Wiener Autorin Julya Rabinowich mit ihrem Jugendbuch „Dazwischen: ich“, erschienen im Münchner Hanser Verlag.

Für den diesjährigen Kinder- und Jugendbuchpreis hatte die Jury Anne Becker aus Essen, Ulrich Fasshauer aus Berlin und eben Julya Rabinowich nominiert. Wie immer war es bis zum letzten Moment spannend: Alle drei Autoren waren bei dem Festakt anwesend, erst da wurde der Sieger bekanntgegeben.

Julya Rabinowich, 1970 in St. Petersburg geboren, emi­grierte 1977 aus der damaligen Sowjetunion mit ihrer Familie nach Wien, wo sie auch ihr Studium absolvierte. Sie ist als Schriftstellerin, Kolumnistin, bildende Künstlerin und Dolmetscherin tätig gewesen.

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Viele Jahre unterstützte sie in dieser Funktion den Diakonie-Flüchtlingsdienst und Hemayat, ein Betreuungszentrum für Folter- und Kriegsüberlebende. Julya Rabinowich wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Zuletzt erschien bei Deuticke ihr Roman „Krötenliebe“. „Dazwischen: ich“ ist ihr erstes Jugendbuch, das 2016 bereits mit dem österreichischen Jugendbuchpreis ausgezeichnet wurde.

In „Dazwischen: ich“ geht es um das Los der 15-jährigen Madina. Sie teilt das Los vieler Flüchtlingskinder: Sie alle sind Brückenbauer zwischen ihren Familien und dem neuen Leben in der westlichen Welt. Nach einer Flucht vor dem Krieg in ihrer Heimat ist Madina endlich angekommen, in einem Land, das Sicherheit verspricht. Doch nicht allen in ihrer Familie fällt es leicht, Fuß zu fassen.

Und so ist es an Madina, Mittlerin zu sein zwischen ihrer Familie im Flüchtlingsheim und dem unbekannten Leben außerhalb. Sie nimmt das Schicksal ihrer Familie in die Hand. Das Buch erzählt eine bewegende Geschichte über Freundschaft, Migration und das Erwachsenwerden in Zeiten von Krieg und Verfolgung – und zwar authentisch.

Die Oldenburger Jury begründet die Preisvergabe so: Die Autorin habe über Jahre den Flüchtlingsdienst und ein Betreuungszentrum für Folter- und Kriegsüberlebende unterstützt – aus diesen Erfahrungen sei viel in die stimmige Darstellung ihrer Figuren eingeflossen. Julya Rabinowich sei, so die Jury, „nah dran an den Figuren“. Damit gelinge ihr „ein wichtiger Beitrag zum Thema Flucht und Migration, der auch literarisch zu überzeugen“ wisse.

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