• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Nachrichten Kultur

Maximaler Ausdruck im Minimalprinzip

23.08.2019

Oldenburg Er war eine der markantesten Persönlichkeiten der Oldenburger Kunstszene in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts: Werner Tegethof wurde am 1. Oktober 1919 in Bremerhaven geboren. Als er mit dem Abitur die Schulzeit am humanistischen Gymnasium der Stadt an der Wesermündung abschloss, wollte er Kunst an der Akademie in München studieren, aber Arbeits- und Kriegsdienst verhinderten das.

Nach der Entlassung aus Kriegsgefangenschaft 1946 belegte Werner Tegethof die Fächer Kunstgeschichte, Geschichte und Archäologie in Göttingen, um dann von 1947 bis 1953 Kunst in Hamburg zu studieren. Er hatte schon zu malen begonnen und sich an Ausstellungen in Bremerhaven erfolgreich beteiligt. Seit 1952 mit Ilse Sieber verheiratet, kam er 1955 nach Oldenburg und wurde nach der Referendar-Ausbildung Lehrer an der Cäcilienschule, später Studiendirektor und in seinem Fach für die Referendarausbildung verantwortlich.

1956 war er in den bbk –Bund bildender Künstler – aufgenommen worden und beteiligte sich an lokalen und landesweit offenen Ausstellungen in Hannover und Wolfsburg mit farbkräftiger abstrakter Malerei. 1964 zeigte Ursula Wendtorf in ihrer Galerie am Scheideweg erstmals in einer größeren Einzelausstellung, wie sich sein Werk von figürlichen Anfängen zu einer weitgehend informellen, allein auf der Kraft der Farben beruhenden Malerei entwickelt hatte.

Doch ab 1966 drangen wieder gegenständliche Motive ins Bild – Gegenstände waren Anregungen zu malen. Werner Tegethof ließ sich jedoch nicht auf die harte Form der Pop Art ein. Lieber suchte er eine Balance zwischen traditionellen Motiven wie Stillleben und Landschaften und weitgehender Abstraktion mit autonomer Farbigkeit. Farben formen Dinge, Bauwerke, Landschaftsräume. Sein wohl erst später formulierter Satz „So viel wie möglich mit einem Minimum an Mitteln auszudrücken...“ wurde Prinzip seiner Arbeitsweise.

Wie auch Reinhard Pfennig, Max Herrmann oder Gerhard Georg Krueger war auch Werner Tegethof informiert über das aktuelle Kunstgeschehen und kannte Kollegen aus dem Westdeutschen Künstlerbund, mit denen er diskutieren und ausstellen konnte. Seine ruhige, stets freundliche und sachliche Art hat ihn bei seinen Schülerinnen und Schülern, bei den Künstler-Kollegen und beim Publikum zahlreicher öffentlicher Diskussionsveranstaltungen bekannt und beliebt gemacht.

Tegethof suchte nicht das Licht der Öffentlichkeit, konnte aber die Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Seinen Kenntnissen und Fähigkeit, aber auch seinem Wesen verdankte er, dass er zehn Jahre (1967-1977) im Vorstand des Oldenburger Kunstvereins als Nachfolger Reinhard Pfennigs Vertreter der Künstlerschaft war. Seine besondere Leistung war, abgesehen von seiner Kunst, die Vermittlung der Moderne an die Oldenburger Öffentlichkeit. Sehen ist Sache des Kopfes: Dass sein Augenlicht ab 1986 abnahm und schließlich erlosch, war tragisch, hat aber seine Fähigkeit zu erkennen und zu durchschauen nicht wesentlich eingeschränkt. Werner Tegethof starb am 16. Februar 2002.

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.