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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Ein Stammplatz in Haapsalu

09.05.2019

Oldenburg Estland und Hendrik Vestmann. Das passt perfekt zusammen. Die Oldenburger Musikfreunde wissen, dass ihr Generalmusikdirektor (GMD) Este ist. Doch Tschaikowski und Estland? „Auch das passt perfekt zusammen“, sagt dieser Vestmann. Prompt hat er in der neuen Konzertsaison des Staatsorchesters neben Werken seiner estnischen Landsleute Arvo Pärt und Ester Mägi die 6. Sinfonie h-Moll des großen Russen aufs Programm gesetzt, dieses pathetische Seelengemälde.

Kommt Oldenburgs Este mal in die Kleinstadt Haapsalu an der Westküste, lässt er sich zuerst auf seinem Stammplatz nieder. „Da steht eine steinerne Bank, auf der auch Tschaikowski gesessen hat“, sagt Vestmann lachend. Der große Russe verbrachte viele Sommer im Kurort – und komponierte 1893 die weitesten Teile jener „Pathétique“ in seinem Sommerhaus in Haapsalu. „Der zweite Satz basiert auf einem estnischen Volkslied“, fügt der GMD an.

Hinter Vestmanns Liebeserklärung an seine Heimat steckt auch eine eigene Methode, 23 Werke für eine Konzertsaison zusammenzustellen. Fünf Sinfoniekonzerte im Großen Haus und drei in der Weser-Ems-Halle sind 2019/20 konzipiert. Häufig bilden Zyklen über Jahre das Gerüst, was zuletzt in Oldenburg für Dimitri Schostakowitsch und Gustav Mahler galt.

„Solche Schwerpunkte legen einen auch derart fest, dass Ergänzungen manchmal gesucht wirken“, gibt Vestmann zu bedenken. „Man kann aber auch mal darauf hören, was dem Orchester Spaß macht, womit es sich herausgefordert fühlt. Man kann Anregungen aus der Musikdramaturgie aufnehmen. Man kann Ideen von außerhalb bekommen. Es gibt Zwänge, die bei uns Wagners Ring-Zyklus setzt. Und man möchte auch seine eigenen Vorlieben einbringen. Das haben wir alles gut gemischt.“ Also ist für die neue Saison eins der wohl buntesten Programme seit Jahren entstanden, mit etlichen, bisher nie in Oldenburg aufgeführten Werken.

Zwang und Neigung passen gleich am Anfang perfekt zusammen. Der Akribie ebenso wie Spielfreude schätzende Chef selbst eröffnet die Saison am 1. September (Sonntag, 18 Uhr) mit dem „Ring ohne Worte“. Da zelebriert das Staatsorchester, das im Graben in der reduzierten Lessing-Instrumentierung spielt, in der Weser-Ems-Halle die üppige Original-Fassung. „Vieles, was auf der Bühne nicht gesagt wird, sagt bei Wagner ja das Orchester“, meint der Dirigent. Da gibt es in der Psychologie der Musik also viel zu entdecken.

Zu den großen sinfonischen Werken zählen diesmal die 3. Sinfonie a-Moll von Felix Mendelssohn, die „Schottische“, die „Symphony fantastique“ von Hector Berlioz, die 2. Sinfonie e-Moll von Sergej Rachmaninow und die 2. Sinfonie D-Dur von Jean Sibelius. Groß angelegt ist auch die Suite Nr. 3 D-Dur von Tschaikowski, fast eine viersätzige Sinfonie. „Gastdirigent Shao-Chia Lü hat sich speziell dieses Werk gewünscht“, staunte Vestmann über den Vorschlag des Taiwanesen.

Der aus Oldenburg stammende Cellist Claus Kanngießer stellt das Konzert c-Moll von Nikolai Mjaskowski vor. Die weltweit gefeierte Chinesin Tianwa Yang gestaltet das schwer zu analysierende Violinkonzert von Alban Berg. Frederic Belli spielt das Posaunenkonzert von Henri Tomasi. Linus Roth setzt sich für das ebenso melodiöse wie dramatisch zerrissene Violinkonzert von Mieczyslav Weinberg ein. Eigene Solisten einzubinden, gehört in Oldenburg zur Tradition. So bläst Joaquim Palet das überschäumende und schwärmerische 1. Hornkonzert von Richard Strauss. Die Mezzosopranistin Ann-Beth Solvang singt die fünf Wesendonck-Lieder von Wagner.

Fünf Konzerte leitet der GMD, eins der 1. Kapellmeister Vito Cristofaro, zwei die Gastdirigenten Nicholas Milton (Chefdirigent der Orchester in Göttingen und Canberra/Australien) und Shao-Chia Lü (Leiter des Taiwan National Symphony Orchestra).

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