OLDENBURG - Der Schweizer Philosoph Hans Saner war letzter persönlicher Assistent von Jaspers. Jetzt bereitet Saner das Jaspers-Jahr 2008 vor.

von Simone Wiegand

Wohl keiner kennt den 1883 in Oldenburg geborenen und 1969 in Basel gestorbenen Karl Jaspers besser als der Schweizer Philosoph Hans Saner. Sieben Jahre lang war Saner als junger Mann persönlicher Assistent des berühmten Philosophen, Arztes und politischen Denkers. Jetzt ist Saner 72 und lebt in Basel.

Die Uni Oldenburg lud den einstigen Assistenten nun ein, besprochen wurden die Vorbereitungen für das Jaspers-Jahr 2008, der 125. Geburtstag steht an. Freunde waren die beiden Männer zwar nicht, aber gute Gesprächspartner: „Jaspers war sehr höflich, ein aufmerksamer Zuhörer, wenn auch anfangs sehr distanziert“, erinnert sich Saner. „Wir haben zehn Meter auseinander gesessen, ich an einem Ende des Raumes, er diagonal am anderen“, sagt der Schweizer freundlich, während er für das Gespräch einen zweiten Stuhl dicht heranrückt. 27 Jahre war Saner jung, als sich seine Wege mit Jaspers in Basel kreuzten. „Ich war bereits Volksschul-lehrer und hatte erst spät mein Studium begonnen“, erzählt er. „Jaspers suchte einen Assistenten und ich war da.“

Von 1962 bis 1969 ging Saner, damals bereits verheiratet und Vater von vier Kindern, im Hause von Gertrud und Karl Jaspers, der emeritiert war, ein und aus. „Ich hatte dort ein Arbeitszimmer“, so Saner. Seine Jahre an Jaspers Seite wirken bis heute nach. Allein Jaspers Nachlass beschäftigte den promovierten Philosophen 17 Jahre lang. „Wenn man nur ein Leben hat, ist das eine lange Zeit“, sagt Saner. All die Jahre ist Jaspers zwar nicht in allen, aber vielen Bereichen Vorbild für den Schweizer geblieben. „Seine Klarheit, Dinge zu erhellen und sein Mut, diese öffentlich auszu-sprechen“, beeindrucken den Mann mit den kinnlangen, grauen Haaren, bis heute.

„Ich frage mich, ob Jaspers Oldenburg geliebt hat“, sagt Saner zum Schluss nachdenklich. Wirklich wohl gefühlt habe sich Jaspers in Heidelberg, politisch sei er in Basel zuhause gewesen, vermutet Saner.