OLDENBURG - OLDENBURG - Die Messlatte ist hoch gesteckt. Alban Bergs Oper „Wozzeck“ gilt nicht nur als äußerst schwieriges Stück. Sie feierte 1929 auch ihren Durchbruch am Oldenburgischen Theater. Vor 30 Jahren fand eine weitere Aufführung statt. Nun steht sie zum dritten Mal auf dem Spielplan. Für Regisseur Bruno Klimek kein Grund zur Panik: „Nicht mehr Last als sonst auch“, sagt der Schwabe, der erst vor einem Jahr den Wozzeck als Kammerfassung für 37 Musiker uraufführte.
In Oldenburg sitzen 80 Orchester-Mitglieder auf der Bühne. „Damit ist sie halb voll“, sagt Klimek. Wenigstens braucht er sich um die Gestaltung der Bühne keine Sorgen zu machen. Sein Fokus liegt klar auf den Sängern. Für Generalmusikdirektor Alexander Rumpf bedeutet es, dass er die Sänger im Rücken hat. Sehen können sie sich dennoch – über Monitore.
Im Mittelpunkt der Handlung steht Wozzeck, der in den Drama-Fragmenten von Georg Büchner noch Woyzeck hieß. Auf der Bühne wird man ihn gut erkennen können. Im Gegensatz zu allen anderen Figuren trägt Wozzeck keinen Hut. Einen Loser würde man ihn in unserer Zeit wohl nennen. Einen, der sich für Geld von einem Doktor zu wissenschaftlichen Experimenten missbrauchen lässt, dessen Geliebte ihn betrügt, er bringt sie um, am Ende auch sich selbst.
Regisseur Klimek spricht von „skurrilen Momenten, Poesie und Groteske“, die die Zuschauer in der rund anderthalb Stunden dauernden Aufführung (ohne Pause!) erwarten.
Die Rolle des Wozzeck teilt sich Espen Fegran (Gast) mit Paul Brady. Als Kamerad Andres tritt Rolf Romei auf, die Partie der Margret singt Katerina Hebelkova. Beide sind neu im Ensemble. In weiteren Rollen singen: Markus Petsch, Thomas W. Kuckler, Fritz Vitu, Henry Kiichli, Andreas Lütje/ Toshihiko Matsui, Magdalena Schäfer, Jakob Paetzold/ Alban Rumpf , Ji-Youn Kim/Sandro Monti sowie Annekatrin Kupke.
