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Premiere Drehbühne der großen Gefühle

Simone Wiegand

OLDENBURG - Anna Karenina heißt die Hauptfigur in dem gleichnamigen Roman von Leo Tolstoi (1828-1910). 1200 Seiten umfasst dieses Werk, das in Russland jeder kennt. Armin Petras schuf 2008 daraus eine Bühnenfassung, die das Staatstheater für seine Inszenierung nun aufgreift.

Regisseurin ist Anna Bergmann. „Anna Karenina“ will sie als „satten, sinnlichen Abend mit wunderschönen Kostümen, einer aufwendigen Bühne, Opernarien, russischen Volksliedern und Videoeinspielungen“ in Szene setzen, sagt Dramaturg Jörg Vorhaben.

Zum ersten Mal kommt die neue Drehbühne zum Einsatz. „Sie ist vergleichbar mit dem Karussell ’Petersburger Schlittenfahrt’; es geht auf und ab“, erläutert Vorhaben.

Besonders betroffen von dem Wechselspiel der Gefühle ist Anna Karenina (Eva Maria Pichler). Ihre Ehe mit Karenin (Gilbert Mieroph) ist unglücklich. In einen Liebesrausch taumelt Anna mit dem schmucken Offizier Graf Wronski (Sebastian Herrmann). Doch auch diese überschwängliche, weltvergessene Liebe ist ohne Bestand, weil Anna sich nicht von ihrem gemeinsamen Sohn mit Karenin, Serjosha, trennen kann. Serjosha tritt hier als Puppe auf, gespielt von Julia Giesbert unter Mithilfe von Clara Epstein.

Dass die russische Gesellschaft Anna Karenina als Ehebrecherin fortan verachtet, erscheint wenig zeitgemäß und wird von Regisseurin Bergmann nicht forciert. „Dass sie sich aber als Mutter von ihrem Kind nicht trennen kann und große Schuldgefühle entwickelt, ist ein sehr heutiges Thema“, betont Vorhaben.

An zwei weiteren Paaren sieht der Zuschauer, wie sich das flüchtige Gefühl der Liebe über einen längeren Zeitraum entwickelt. Dies sind zum einen die Eheleute Fürst Stiva Oblonski (Alexej Kosarev, der Tenor singt auch zwei Opernarien von Tschaikowsky) und dessen Frau Dascha (Anna Steffens). Zum anderen die frisch Verliebten Lewin (Vincent Doddema) und Kitty (Kristina Gorjanowa).

Insgesamt dauert der Abend etwa drei Stunden. „Aber es wird nie langweilig“, verspricht Jörg Vorhaben: „Es gibt eine Menge zu sehen, und es passiert sehr viel.“

 @ Alle Theaterkritiken unter  

http://www.NWZonline.de/theater

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